COBYN

Hoffen in der Hoffnungslosigkeit

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Wieder gab sich vor dem WM-Quali-Länderspiel gegen Irland unsere Nationalelf kleinlaut. Teamchef Marcel Koller ließ verlautbaren, „Es sind auch danach noch sechs Spiele zu spielen. Aber wenn wir nicht gewinnen oder verlieren, wird es natürlich schwieriger.“

Die österreichische Nationalmannschaft bemüht sich um eine Teilnahme an der WM in Russland 2018. Nach der eher sehr, sehr schwachen Leistung in Frankreich holpert unsere Elf durch eine Qualifikation, die eigentlich zu schaffen wäre, wären da nicht Gegner, die weniger schlecht spielen als unsere Truppe. Woran es wieder einmal liegt, nun am Gehalt der Spieler sicherlich nicht, die Rede ist von 60.000 € pro Monat im Durchschnitt, nach oben gibt es keine Grenzen.

Der Spieltag an diesem Novembersamstag war ein sehr kalter, Irland holte sich die Punkte, ich mir einen Schnupfen. Vor dem Anpfiff schlenderte ich vor dem Stadion um ein wenig Stimmung einzufangen und mich zu stärken. Ein „Alaba-Burger“ um € 7,50 wurde feilgeboten, ich war hungrig und bin Fleischliebhaber, beides ein Fehler, wie sich herausstellte, das faschierte Rind entkam offenbar geschickt dem Grill und blieb roh, auf Wiederbelebung hatte ich keine Lust, also aß ich nur Brot mit Tomaten und Zwiebel. Hätte ich bloß den billigeren Veggie-Burger genommen.

Wirklich toll fand ich das friedliche Miteinander zwischen österreichischen und irischen Fans. Beide Lager, oft im Gösser-Rausch vereint, verstanden sich auf Anhieb, obwohl sie nicht dieselbe Sprache sprachen. Fußball verbindet, es ist nur ein Spiel und wer einem gegnerischen Fan die Nase brechen möchte, oder das Genick, sollte eher einen Therapeuten aufsuchen und nicht ein Stadion. Wie gesagt, es war sehr kalt, also kaufte ich mir einen Schal in rot-weiß-rot, ich fand einen Händler der nur 5 € dafür verlangte, einige Meter weiter kostete er 10 €, das Schnäppchen tröstete mich über Alabas Burger hinweg.

Bevor das Spiel begann, nahm ich meinen Platz hinter einem Tor ein, doch vorher wollte ich wieder wissen, welcher Nationalspieler seine Lippen zur Bundeshymne nicht bewegt. Warum es einige nie machen und einer der Schweiger lieber seinen Zeigefinger in Richtung Nase bugsieren wollte, um dort aufzuräumen, ich weiß es nicht und ich gestehe, es ärgert mich.

Herbert Prohaska auf der Suche nach einer Erklärung

Das Spiel selbst plätscherte dahin, hinter mir der österreichische Fansektor, die Menschen dort trommeln, sangen und schwenkten ihre Fahnen.  Ein Einpeitscher gab Ton und Takt an, Tausende folgten und schrien ihre Hoffnung ins Stadion. Der Einsatz auf den Rängen wirkte flotter und spritziger als unsere elf Spieler auf dem Spielfeld, obwohl sie sich bemühten. Plötzlich verstummten sie, der Ire James McClean knallte den Fußball ins Tor, leider ins Österreichische.

Ein Match zu fotografieren ist nicht einfach, im Gegenteil, es ist anstrengende Arbeit. Das eine Auge klebt 90 Minuten im Sucher der Kamera, das andere ist ständig auf der Suche nach dem Ball, das Hirn koordiniert alle Eindrücke pfeilschnell und SCHiCKt Informationen zum rechten Zeigefinger, der gefälligst im richtigen Moment den Auslöser zu drücken hat. Dann kommt noch Glück und Erfahrung ins Spiel, um actionreiche Spielsequenzen und den Ball in einem Bild vereint. Ach ja, es blieb beim 1:0 für Irland, doch Marcell Koller hegt noch Hoffnung, 18 Punkte sind in unserer Gruppe D noch zu vergeben, „…es wird für uns zwar immer schwieriger, aber wir werden alles dafür tun, um zurückzukommen und das Unmögliche, möglich zu machen.“

Manfred Cobyn im Stadion

 

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des Österreichischen Fußball-Bundes
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