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GERHARD BOCEZ: Lokalmatador im MARCHFELD

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Alle Jahre wieder, wenn der Fasching seine Lustigkeit verloren hat und die Fastenzeit beginnt, lädt Gerhard Bocek zum berühmt-berüchtigten Künstlerheringsschmaus in seinen Marchfelderhof in Deutsch-Wagram. Bei den Worten Künstler und Schmaus fühlte ich mich angesprochen und machte mich mit Kollegin Claudia Stütz auf, die kleine Ortschaft am Rande von Wien zu besuchen.

Aschermittwoch ist traditionell Fischtag und die Speisekarte bot so ziemlich alles, was Kiemen hat, schwimmen kann, und von Süß, oder Salzwasser abhängig ist. Geboten wurden von Bouchonmuscheln, Miesmuscheln bis hin zu Signalkrebsen, Lachs in allen Variationen, Riesengarnelen und Petersfisch, Hering und Kabeljau. Nun, ich bin eigentlich kein Fischfan und war froh, dass das Vorspeisenbuffet auch Roastbeef bot, welches ich mit schlechtem Gewissen verspeiste, gerade Mal der erste Fastentag und ich wurde schwach. Doch schon Mönche vor einigen Jahrhunderten verspeisten Biber, vor Gott rechtfertigten sie sich mit der Ausrede, dass die Viecher vorwiegend im Wasser leben und frommer als ein Mönch wollte ich noch nie sein.

Nicht nur ich, auch dutzende Prominente folgten der Einladung zur Gratisverspeisung, darunter Christina Lugner, Edith Leyrer, Waltraut Haas, La Hong Nhut, Dany Sigel, Maria Lahr, Franz Suhrada und viele mehr.

Einige Medien belächeln „Lokal-Matador“ Bocek und seine Berühmten, ob der unentgeltlichen Kost, doch der Erfolg gibt ihm recht. Sein Laden brummt und 65 Angestellte, die er ernährt, sind ja auch nicht schlecht. Unglaubliche 75 Jahre wird der sympathische Wirt im August, ein Alter, das man ihm nicht ansieht. Er lebt einfach sehr gesund, raucht nicht, sauft nicht und steht jeden Tag zwei Stunden im Fitnesscenter, wo er sich nicht quält, sondern Kraft für den harten Job tankt. Nebenbei bleibt ihm auch noch Zeit, täglich am Klavier zu sitzen und wenn es auch nur fünf Minuten sind. Er ist mit klassischer Musik aufgewachsen und besuchte schon als Kind die Oper, wie andere das Kasperltheater. Dann gibt es noch eine Leidenschaft des Gastronomen, er sammelt Antiquitäten, wie unschwer im „Marchfelderhof“ zu erkennen ist. An die 27.000 Exponate nennt er sein Eigen, wie er erst vor kurzem gezählt hat und es werden sicher mehr.

Ein Abend im Marchefelderhof ist immer wieder ein Vergnügen, nicht nur kulinarisch, Operettensängerinnen, Handleser, Zauberer und Kunstpfeifer bieten ein Panoptikum des Staunens.

WEBSITE: www.marchfelderhof.at
FACEBOOK: www.facebook.com/marchfelderhof

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