BÜHNE

Märchenhaft schöne (Volks-)Oper bei RUSALKA

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Rusalka und die destruktive Macht der Liebe

Shakespeare trifft auf slawische Mythologie: Mit Antonín Dvořáks lyrischer Oper „Rusalka“ macht die Wiener Volksoper Lust auf laue Sommernächte, Umweltschutz und ein Happy-End für die Schönste Sache der Welt: die Liebe.

„In einer lauen Sommernacht, am Ufer eines Sees“. So romantisch und dennoch kitschbefreit beginnt die wohl berühmteste Oper des Tschechischen Komponisten Antonín Dvořák. Wem diese Oper nicht ganz so geläufig sein sollte: Ein weiblicher Wassergeist verliebt sich in einen menschlichen Prinzen. Beseelt von der Idee, die Liebe des jungen Mannes zu gewinnen, lässt sich Rusalka von der etwas zwielichtigen Hexe Ježibaba in ein Menschenmädchen verwandeln. Doch das hat seinen Preis.

Rusalka (bezaubernd: Caroline Melzer) verliert zwar durch den Hexenzauber ihre wunderschöne Stimme, gewinnt jedoch tatsächlich die Aufmerksamkeit des Prinzen. Anfangs. Denn schon nach kurzer Zeit bekommt das stumme, schöne Mädchen Konkurrenz von einer schönen, prallen, und vor allem leidenschaftlichen, fremden Fürstin. Der Prinz verliert schnell das Interesse an der kühlen Schönheit und giert nach heißer, fleischlicher Lust. Gekränkt, verstossen und zutiefst verunsichert flieht Rusalka in die kühlen Arme ihres Vaters, des Wassermanns. 

Es kommt, wie es kommen muss: Rusalka kehrt klagend zum Ufer des Sees zurück, wo sie einst ihre große Liebe fand. Doch Fluch ist nicht gleich Fluch, denn um ihrem tragischen Schicksal zwischen Menschenleben und Geisterwelt zu entgehen, bietet Ježibaba Rusalka einen Deal an. Tötet sie den Prinzen, darf sie zurück in ihre Wasserwelt, zurück zu ihren verspielten Schwestern. Rusalka lehnt ab, ergibt sich ihrem Schicksal und will, ganz in Märtyrermanier, still und klagend ihr Leid ertragen.

Es wäre kein Märchen, würde der Prinz nicht reumütig an das Seeufer zu Rusalka zurückkehren. Diese kann den gebrochenen Regenten letzten Endes nur noch mit einem Todeskuss erlösen, während sie selbst für immer als todbringendes Irrlicht über dem See verharren muss.

Märchenhaft schaurig, tragisch schön. Ein tiefes Seufzen im Publikum. Wie bei Romeo & Julia bleibt auch hier das erwünschte Happy-End aus und endet mit dem Tod. Was bleibt sind berührend stimmungsvolle Bilder, ein sehr aussagekräftiges Bühnenbild und eine noch wichtigere Botschaft dahinter: wie Menschenhand die gottgegebene Natur zumüllt.

Dirigent Alfred Eschwé  schwingt den Dirigentenstab gleich einem Zauberstab. Feinste Opernklänge changieren mit seidenfeinen Chorgesängen. Caroline Melzer gibt eine bezaubernd schöne und trotz ihrer zarten Gestalt höchst stimmgewaltige Rusalka, der Prinz (Vincent Schirrmacher), kein wirklich a-typischer Prinz aus dem Bilderbuch, mimt den verwöhnten jungen Mann so gut er kann, beinahe jugendlich naiv wie Romeo. Besonders herausragend (stimmlich wie darstellend) sind an diesem Opernabend Ježibaba (Annely Peebo)  sowie die schöne Fürstin (Melba Ramos).  

Fazit: Die Wiederaufnahme von Antonín Dvořáks lyrischer Märchenoper an der Wiener Volksoper besticht mit durchgehend stimmungsvollen Bildern, einem hauchzarten Chor aus Wasserelfen und wunderbar starken Solisten. Der schönen wie höchst aussagekräftigen Ausstattung von André Barbe  gebührt auf jeden Fall ein Extraapplaus. Alleine die Schlußszene, als Rusalka als Irrlicht über dem nächtlichen See verschwindet, bleibt auch nach Vorstellungsende noch lange haften. Das Publikum dankte es den Solisten mit langanhaltendem Applaus. Und ein paar Tränen!

Für Opernmuffel sei gesagt: diese dreistündige Oper (keine Angst, es gibt zwei Pausen!) besticht nicht nur durch wunderschöne Arien, Duette, Chorgesänge und Lichtstimmungen, diese Oper zeigt – ganz ohne den typisch erhobenen Zeigefinger – auf, wie destruktiv der Mensch mit Mutter Natur und sich selbst umgeht. Chapeau!

 

BESETZUNG

DIRIGENT
Alfred Eschwé

REGIE
Renaud Doucet

AUSSTATTUNG
André Barbe

LICHT
Guy Simard

CHOREINSTUDIERUNG
Holger Kristen

RUSALKA: Caroline Melzer
DER WASSERMANN: Yasushi Hirano
DIE HEXE JEZIBABA: Annely Peebo
DER PRINZ: Vincent Schirrmacher
DIE FREMDE FÜRSTIN: Melba Ramos
 DER HEGER: Günter Haumer
DER KÜCHENJUNGE: Julia Koci
DIE WALDELFEN: Elisabeth Schwarz, Manuela Leonhartsberger, Sofiya Almazova

VOLKSOPER WIEN
Währinger Straße 78
1090 Wien

WEBSITE: volksoper.at
FACEBOOK: facebook.com/Volksoper

Wiederaufnahme am 25. März 2018
Weitere Vorstellungen am 27. März, 3., 5., 10., 15., 23. April 2018

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