Kritik auf Schick

SCHiCK (GE)TESTET: 5* VICEROY BALI VILLAS & SPA

Von  | 

Die indonesische Insel Bali ist spätestens seit der Verfilmung von “Eat Pray Love” zu einer der beliebtesten Tourismusdestinationen geworden. Während Surfer vor allem deren Küste für den einzigartigen Wellengang schätzen, machen sich andere auf die Suche nach Ruhe, Erholung und Spiritualität in Ubud, der kulturellen Hauptstadt der Insel.

Genau dort, im Herzen Balis, hat der gebürtige Österreicher Otto Syrowatka eines der renommiertesten Luxushotels Asiens errichtet. SCHiCK hat das Prachtstück begutachtet und mit Otto über die guten alten Zeiten in Wien gesprochen.

Natur pur, aber wo sind die Gäste?
Nur wenige Minuten vom Zentrum Ubuds entfernt, unscheinbar zwischen Reisterrassen auf der einen, und einer palmenbewachsenen Idylle auf der anderen Seite, erstreckt sich das Areal, das 25 Privatvillen beherbergt. Wir erreichen das Anwesen und haben augenblicklich das Gefühl in eine abgeschiedene Welt voller Ruhe und Entspannung einzutreten. Im open-air Bar-Restaurant warten wir auf unser Zimmer und während Jack Johnson im Hintergrund für angenehme Ohrenbeschallung sorgt, genießen wir unseren Willkommenscocktail, die szenische Aussicht über das Palmental und fragen uns, wo all die anderen Gäste sind.

Zu diesem Zeitpunkt ist das Hotel fast komplett ausgelastet und trotzdem wirkt es entspannt und menschenleer. Als wir unsere Villa betreten erfahren wir weshalb: das einzigartige Hotelkonzept bietet den Gästen vollends ausgestattete Villen, mit einer unübertrefflichen Intimität, die es jedem Gast erlaubt an seinem eigenen Rückzugsort wunschlos glücklich zu urlauben. Die Räume sind riesig und lichtdurchflutet, mit geräumigen Badezimmern und allen Annehmlichkeiten die in keinem guten Hotel fehlen sollten. Besonders freuen wir uns über die iPhone Docking-Station, obwohl es fast schon zu schade ist die Klänge der uns umgebenden Wildnis zu übertönen.

Privatsphäre wird hier groß geschrieben
Jede der Villen ist mit einem Privatpool ausgestattet und bietet einen atemberaubenden Ausblick über Lembah Maharaja – das Tal der Könige. Die Wassertemperatur der Pools kann individuell eingestellt werden. Obwohl die Villen über- und nebeneinander angesiedelt sind, genießt man kompletten Sichtschutz und ist bestens von etwaigem Umgebungslärm abgeschottet. Wer sich nicht im open air CasCades Restaurant verwöhnen lassen möchte, kann in seiner eigenen Villa frühstücken und den 24h room service nutzen. Das á la carte Frühstück ist im Aufenthalt inkludiert und bietet Verpflegung höchster Qualität, von frischem Obst bis zu warmen Speisen. Möchte man das Areal verlassen, kann man jederzeit einen kostenlosen Shuttle nach Ubud nutzen.

Was hier fünf Sterne übertrifft ist der Service: die Mitarbeiter sind stets freundlich und zuvorkommend, jeder Wunsch wird augenblicklich erfüllt. Sie sind stets aufmerksam und haben trotzdem ein großes Feingefühl für die Privatsphäre der Gäste, was vor allem beim abendlichen turn down service auffällt. Während ich mich im Badezimmer fürs Abendessen fertig mache, wird um mich herum zügig und unauffällig das gesamte Zimmer geputzt und für die Schlafenszeit vorbereitet. Die Lichter werden gedimmt, das Bett geöffnet und selbst Bademantel und Schlapfen platziert. Die Kosmetikfläschchen im Badezimmer werden zwei Mal täglich mit herrlich duftenden lokal produzierten Produkten nachgefüllt und selbst das Toilettenpapier erfreut sich einer hübschen Verpackung in Form eines Seidensäckchens. Hier ist eindeutig alles bis ins letzte Detail durchdacht.

Austrian, Australian – oder doch beides?
Vor der Ankunft dachte ich hier wurde, wie so oft, wieder einmal Österreich mit dem Land der Kängurus verwechselt. Stattdessen findet man hier tatsächlich die Wurzeln beider Länder, da das Hotel vom österreichischen Besitzer und dessen aus Australien stammender Frau geführt wird. Auch die Kinder sind im Hotelmanagement aktiv, wodurch das Boutiquehotel alle Vorteile eines familiengeführten Unternehmens besitzt. Jede Entscheidung wird familienintern diskutiert, von der groben Zukunftsplanung bis zur Auswahl der Handtücher.

Das hoteleigene Lembah Spa sorgt für Verwöhnung von Körper und Geist, mit einem breiten Angebot an Behandlungen, bei denen westliches Wissen mit traditionellen balinesischen Techniken verbunden wird. Natürlich darf hier die Bali Massage nicht fehlen, die laut General Manager Anthony Syrowatka die beste der Welt ist.

Als sich unser Besuch dem Ende nähert fragen wir uns: was hat dieses Hotel eigentlich nicht? Sucht man Strandnähe oder besteht darauf im Urlaub große Längen im Pool zu schwimmen, könnte es schwierig werden. Abgesehen davon bietet dieses 5* Hotel aber alles was das Herz begehrt und selbst das wird noch weit übertroffen. Wer schon immer davon geträumt hat in einer Privatvilla mit eigenem Infinitypool, inmitten des Dschungels aufzuwachen und sich wie ein König zu fühlen ist hier im Tal der Könige an der richtigen Adresse – im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Viceroy Bali erhielt seit dessen Gründung zahlreiche Auszeichnungen wie Indonesia Resort of the Year 2015/2016 oder World’s Best Honeymoon Boutique Hotel 2014. Auf tripadvisor wurde es erst heuer zur #7 der Top 25 Luxushotels in Asien gekürt und wird zu 89% mit Ausgezeichnet bewertet.


Wir hatten die Ehre Hotelbesitzer Otto Syrowatka und dessen Sohn Anthony beim Brunch zu einem Interview zu treffen.

SCHiCK: Hallo Otto, Sie sind ein echter Wiener?
Otto: Ja, das fängt schon mit meinem Nachnamen an. Ein echter Wiener hat an behmischen Namen.

SCHiCK: Was haben Sie gemacht bevor Sie das Hotel errichtet haben?
Otto: Viele Kinder (lacht). Ich bin 1957 von zu Hause weg, wo alle Skilehrer und Fußballer ins Ausland sind und da war ich mit dabei. Zu dieser Zeit war alles Amateur, nicht so wie heute wo die verdienen. Für uns war wichtig: Spaß. Heutzutage ist alles Geld und Fantasie.
SCHiCK: Was verstehen Sie unter Fantasie?
Otto: Keine Naturmenschen mehr.
SCHiCK: Dann schaffen Sie hier auf Bali ja einen großen Beitrag für die Menschen, damit diese zurück zur Natur finden.
Otto: Total. Ich bin ohne Eltern aufgewachsen, da sie vor dem Krieg gestorben sind. Mit 6 war ich schon ein Mann, das waren noch andere Zeiten, dadurch hat sich das im Leben so ergeben, dass man eigensinnig arbeitet.

SCHiCK: Was ist die Idee hinter dem Hotelkonzept?
Otto: Zurück zur Bali Kultur und zur Natur. Poetisch, nicht?
Anthony: Wir sind eine Familie, die selbst gerne reist und wir versuchen ein Hotel mit einer Atmosphäre zu schaffen, die uns selbst gefallen würde. Es ist sehr nervig, wenn ein Hotel Dinge wie shuttle service oder Frühstück extra verrechnet. Wir bieten das Gefühl Balis, mit all dessen Traditionen, verbunden mit Luxusausstattung und gutem Service.

SCHiCK: Bali ist ja bei Surfern beliebt. Surfen Sie selbst und können ein Plätzchen dafür empfehlen?
Otto: Das letzte Mal vor sechs Jahren. Dann waren aber plötzlich die Wellen weg, ich landete in den Felsen und habe mir sechs Rippen gebrochen. Danach hab ich aufgehört (lacht). Empfehlen kann ich Uluwatu.

SCHiCK: Würden Sie das Viceroy als familienfreundlich beschreiben?
Anthony: 99% unserer Gäste sind Paare, davon 90% honeymooners. Kinder sind natürlich erlaubt, jedoch ist unser Hotel nicht wirklich für Kinder ausgerichtet. Wir haben keine speziellen Angebote für Kinder, aber 140 Mitarbeiter für 25 Villen. Es wird also sehr gut für die Gäste gesorgt, ob mit Familie oder ohne.

SCHiCK: Um das Hotel herum herrscht ziemliche Wildnis. Besteht die Möglichkeit, dass man auf seiner Privatterrasse ein Äffchen vorfindet?
Otto: Das passiert, aber selten. Im Tal unten ist ein Fluss, dort laufen die Affen rauf und runter und hier und da verirrt sich mal einer zu uns.
SCHiCK: Die sind aber harmlos?
Otto: Ja. Der eine ist ungefähr so wie ich. Nur hat er mehr Frauen (lacht). Es ist immer der gleiche. Natürlich ist füttern strengstens verboten und ich würde sie nicht angreifen oder mit ihnen spielen.

SCHiCK: Was mögen Sie am liebsten an der Region?
Otto: Natürlich das Wetter!
Anthony: Es gibt so viele verschiedene Aspekte, vom Erlebnissektor wie raften, wandern und radfahren, über die traditionellen und kulturellen Dinge wie den Royal Palace, Ubud Market, die Tempel, bis zur Natur wie den Reisterrassen oder dem Monkey Forest und es gibt auch sehr viele hochklassige Restaurants in Ubud.

SCHiCK: Das Einzige ist, dass es etwas weit vom Strand entfernt ist.
Anthony: Ich stimme 100% zu. Viele sehen Bali als Stranddestination, aber, für mich zumindest, sind Balis Strände nicht so toll. Wenn ich Strandurlaub machen möchte, würde ich eher Thailand oder die Malediven wählen, während Ubud in Anbetracht der Natur und Religion der Einwohner eher ein friedlicher, besinnlicher Ort ist, obwohl der Tourismus hier natürlich ursprünglich von Surfern gestartet wurde.

SCHiCK: Haben Sie vor das Hotel weiter auszubauen?
Anthony: Wir bauen gerade 15 neue Villen. Es wird zwei Jahre dauern bis sie fertig sind. Sie werden den jetzigen sehr ähnlich sein, mit Änderungen in der Garderobe, da der Trend ist den Koffer im Urlaub nicht mehr auszupacken. Gäste hängen paar Sachen auf, lassen das meiste aber im Koffer. Also designen wir neue Garderoben für große offene Reisetaschen.

SCHiCK: Wann ist denn die beste Zeit das Viceroy zu besuchen?
Anthony: Zwischen Mai und Oktober, da ist es etwas kühler, aber mit weniger Luftfeuchtigkeit. Vermeiden würde ich August, weil da alle kommen.

SCHiCK: Das schöne an Ihrem Hotel sind wirklich die Intimität und Privatsphäre.
Anthony: Ganz korrekt, und da wir die „Aussicht“ bzw. das Land quer übers Tal besitzen, sind wir abgesichert, dass so bleibt.

SCHiCK: Sie haben neuerdings auch Ihr eigenes Gewächshaus?
Anthony: Wir versuchen anzupflanzen, was in diesem Klima möglich ist. Damit können wir Frische und Qualität sicherstellen und die Tatsache, dass keine Pestizide verwendet werden.

SCHiCK: Stimmt es, dass 30% ihrer Mitarbeiter aus der Ortschaft stammen?
Anthony: Sogar weit mehr. Wenn unsere Gäste die Ortschaft sehen wollen, werden sie oft von unseren Angestellten eingeladen ihre Häuser anzusehen. Die Menschen hier sind sehr aufrichtig, happy und gastfreundlich wegen ihrer Religion, sie glauben an Karma und Reinkarnation.

SCHiCK: Was unterscheidet Sie am meisten von anderen Hotels hier in Ubud?
Anthony: In Ubud beträgt das Luxussegment nur 7%. Es ist sehr einzigartig unseren Luxus und Komfort inmitten eines Dschungels zu finden. Als unabhängiges Familienhotel gibt es bei uns nicht die Bürokratie wie in den meisten großen Hotelketten. Wenn unser Gast etwas machen möchte, freuen wir uns ihm dabei jederzeit zu helfen. Unsere Degustationsmenüs haben sehr hohe Qualität und unser Weinkeller enthält 200 Weine. Als einziges Hotel in Ubud haben wir einen Helikopterlandeplatz.

SCHiCK: Ich wette viele Heiratsanträge finden hier bei Ihnen statt.
Anthony: Total, und es ist immer schön dabei zu helfen. Einmal mussten wir einen Banner auf dem Vulkan anbringen. Das Schöne ist, dass die Meisten dann für ihre Flitterwochen zurück kommen.

SCHiCK: Worauf freuen Sie sich, wenn Sie nach Wien kommen?
Anthony: Ich komme immer zum Skifahren, die Kälte ist ein guter Kontrast.
Otto: Ich bin in Fünfhaus aufgewachsen, mit der 49er gefahren, beim Meiselmarkt vorbei, aus der Schule raus hab ich die Gloriette gesehen. Der 22. Bezirk, in dem eine meiner Töchter wohnt, war damals zum Baden, nicht zum Leben. Wenn ich in Wien fahr, dann nur mit’m Fahrradl. Die Donau entlang, nach Klosterneuburg hinauf, vis-a-vis vom Kahlenberg.
SCHiCK: Wie ein echter Wiener.
Otto: Genau, mit Schrebergarten (lacht).

HOMEPAGE: viceroybali.com
FACEBOOK: facebook.com/ViceroyBali
E-MAIL: res@viceroybali.com

ADRESSE: Jln. Lanyahan, Br Nagi, Ubud, Bali 80571 Indonesia
TELEFON: +62 361 971 777

Please follow and like us:
Facebook
Facebook
PINTEREST
Instagram
YouTube
YouTube
SHARE

Gib deinen Senf ab!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Vielen Dank für Dein Sharing!