BÜHNE

SCHiCK im INTERVIEW mit FLORIAN CAROVE

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My funny Valentino: Liebeserklärung an einen Stummfilmstar

SCHiCK Redakteurin Hillevi Hofmann traf Schauspieler Florian Carove im Bronski & Grünberg zum Interview. Thema: sein neuestes Stück „My funny Valentino“, geschrieben und inszeniert von Dominic Oley. Die Rolle ist dem feurigen Carove wie auf den Leib geschneidert, liefert er mit seinem „Alter Ego“ doch einen äußerst humorvollen Abend voller Tempo, Gedankenkaskaden und Poesie.

Früher hatte man einen Stalker. Nicht so einen scheiß Follower.
Das war ja dann auch irgendwie so eine Art Persönlichkeitsschmeichler!
Das war ja sowas wie ein extremistischer Fan!
Und wenn du einen extremistischen Fan hattest, dann konntest du davon ausgehen,
dass du irgendwo etwas richtig gemacht hast!

Valentino, das ist in diesem Fall kein italienisches Modeimperium, sondern einer der größten Stummfilmstars Hollywoods. Ein italienischer Einwanderer, der als „Latin Lover“ die Herzen zahlreicher Männer und Frauen brach und nach seinem frühen Tod eine nie dagewesene Massenhysterie auslöste. Rudolph Valentino galt als schönster Mann der Welt. 1895 in Italien geboren, kam er 1921 mit dem Film „Der Scheich“ zu Weltruhm. Viel Material gibt es heute nicht mehr über den einstigen Stummfilmstar, dessen Tod zahlreiche Verschwörungstheorien heraufbeschwor. Florian Carove ist die Rolle quasi auf den Leib geschneidert, wurde er doch schon in seinen schauspielerischen Anfängen in der kultigen Broadway Bar von seinen Kollegen liebevoll Valentino genannt.  Eindrucksvoll und voller Tempo setzt er nun im Bronski das von Dominic Oley geschriebene und inszenierte Stück um, verausgabt sich körperlich derart, dass der Schweiß in Strömen fließt. 

SCHiCK traf den hochbegabten Schauspieler vor der Premiere im Bronski & Grünberg Theater zum Interview. Wer hier jedoch eine reine Hommage an Valentino erwartet, wird enttäuscht. Vielmehr ist es ein Stück über Rudolph Valentino, ein Stück von Valentino und auch kein Stück über Valentino. Zuviel sei nicht verraten, nur, dass den Zuschauer ein humorvoll-philosophischer Abend voller Tempo, Gags, Gedankeneskapaden und Poesie erwartet. In drei Teilen nimmt das Stück versteckte Motive aus Valentinos Leben auf, wechselt zu einem fiktiven Kriminalfall im Jahre 1924 und lässt den einstigen Star als poetisches Projektionsflächenwesen zu Wort kommen. 

Im ersten Teil sehen wir Florentino Vally, einen Stand-up Comedian und arbeitslosen Tanzlehrer, der sich in einem unglaublich humorvollen und zeitkritischen Monolog um Kopf und Kragen redet. Hier mag es durchaus Parallelen zu Caroves Zeiten in der Broadway Bar geben, als Valentino erstmals zu seinem „Alter Ego“ wurde. Der zweite Teil behandelt einen auf der Bühne fast filmisch umgesetzten Kriminalfall im Jahre 1924, in dem der tote Valentino von zwei Clouseau-artigen Detektiven in seiner Villa am Mullholland Drive aufgefunden wird. 

Der dritte Teil ist dementsprechend ruhiger, aber deswegen nicht minder lustig. So sieht man den körperlich bereits kaputten Valentino, der (zum Schreien komisch!) aus seinen Beileidstelegrammen vorliest und zusammen mit seinem Diener James (Stefan Lasko) seiner eigenen Beerdigung -als Zuschauer- beiwohnt. Berührend lässt hier Florian Carove das Leben des Lichtspielmagiers Revue passieren.

Nach „Der Spieler“ unter der Regie von Alexander Pschill, ist „My funny Valentino“ Caroves zweite Arbeit am Bronski & Grünberg Theater. Dominic Oley hat mit diesem Stück bewiesen, dass er nicht nur ein hervorragender Schauspieler, sondern auch ein richtig talentierter Stückeschreiber ist. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Dreamteam. Wir hoffen noch sehr viel mehr von diesen beiden Größen zu sehen.

Die Chinesen sagen, sei wie Wasser!
Die Chinesen sagen auch es passen 49 Stunden Arbeitszeit in einen Tag!

BESETZUNG

Florian Carove & Stefan Lasko

REGIE & TEXT
Dominic Oley

BÜHNE
Kaja Dymnicki

KOSTÜME
Katharina Unger

HIER GEHT´S ZUM INTERVIEW:

SCHiCK: Lieber Florian, wie ist denn die Idee zu „My funny Valentino“ entstanden?
FLORIAN CAROVE: Die Idee dazu hatte ich eigentlich schon lange, so circa 15 Jahre. Zu dem Zeitpunkt war ich noch in Linz am Theater engagiert und hatte die Idee das zu machen. Nein, eigentlich noch viel früher, als ich so 18/19 Jahre alt war. Da gab es in Wien eine Bar namens „Broadway Bar„, die gibt es ja leider nicht mehr. Damals war ich oft mit Freunden und Kollegen dort, wir waren so eine richtige Partie. Die Besitzerin, also die das mit dem Bela Koreny damals geführt hat, meinte, „du musst das unbedingt spielen, du bist das!“ Ich habe öfter zu hören bekommen, dass ich aussehe wie Rudolpho Valentino, bzw., dass ich eine große Ähnlichkeit mit ihm hätte. Verstanden hab ich das nie aber fand es einfach lustig. Das war dann somit mein Kosename dort. Immer wenn ich in die Bar gekommen bin meinte sie „Oh, Valentino!“ (lacht)  

SCHiCK: Wie bist du dann auf den jetzigen Stücktext gekommen?
FLORIAN CAROVE: Den hat Dominic Oley geschrieben. Als ich ihn vor vielen Jahren kennen lernte, hab ich ihn darauf angesprochen. Aber erst als wir zusammen gespielt haben sind wir dieser Idee noch einmal nachgegangen. Ich habe ihn quasi dazu gezwungen (lacht). Es ist so ein wunderschöner Text, den er da geschrieben hat. Man weiß so wenig über Valentino und es ist einfach eine Annäherung an ihn. Etwas Unbekanntes, was aber dennoch viel mit einem selbst zu tun hat. Das Stück ist sehr persönlich, mit einer kritischen Betrachtung auf die Gesellschaft und auf das Fan-System, wie man mit Starruhm umgeht und auch wieder nicht.

SCHiCK: Nach Valentinos Tod gab es ja eine regelrechte Massenhysterie, viele Frauen haben sich danach umgebracht.
FLORIAN CAROVE: Genau, das war wirklich so und er war quasi der Erste, wo das so passiert ist. Es gibt ja im Grunde nicht so viel in den digitalen Medien über Valentino und Dominic hat das schön in den Text einfließen lassen, quasi als Sprachorgie.

SCHiCK: Du bist also zufrieden mit dem Text?
FLORIAN CAROVE: Ja, sehr! Es ist so sprachlich, so schnell und gleichzeitig soll es auch unterhalten und berühren. Er hat es in drei Teilen geschrieben mit drei unterschiedlichen Betrachtungen auf das Thema, ohne eine klassische Biographie auf die Bühne zu stellen. Also nicht wie zum Beispiel eine Bio über Marilyn Monroe wo sie sagt: „Hallo, ich bin Marilyn Monroe und bin als Kind unglücklich gewesen“, sondern etwas, wo man nur ein Glimmern, einen Hauch von ihm bekommt. Das ist ihm, finde ich, wahnsinnig gut gelungen. „My funny Valentino“ ist also ein sehr persönliches Projekt, welches mit Hilfe vom Alexander (Pschill), der Julia (Edtmeier), der Kaja (Dymnicki) und der Salka (Weber) entstanden ist.

SCHiCK: Wie spielt es sich im Bronski? Ich frage das immer sehr gerne, auch bereits einige Kollegen vor dir.
FLORIAN CAROVE: Frei! Sehr frei. Wir kennen uns ja untereinander teilweise schon aus Studienzeiten oder sind in der gleichen Agentur, spielen ja auch immer mal wieder miteinander. Oder auch über das Theater in der Josefstadt, wo ich früher engagiet war. Die Julia habe ich frisch kennengelernt. Sie ist ja eine Schülerin von der Ruth (Brauer-Kvam), mit der ich drei Jahre lang am Schauspielhaus engagiert war, es sind also sehr schöne Verbindungen. Es erinnert mich ein bisschen an die Zeit, als ich angefangen habe. Wie meine Zeit am Schauspielhaus oder am Phönix Theater in Linz. Es ist ein Raum, wo man als Schauspieler frei sein kann. Die Mischung aus bereits etablierten und auch weniger etablierten Schauspielern, die macht es aus, diese Art Theater braucht diese Stadt. Den „Off-Theater-Begriff“ muss man immer wieder neu erfinden, neu definieren. Inflationär darf kein Off-Theater werden und das ist eben so gut hier. Vor allem, dass sie ohne finanzielle Mittel, nebst punktuellen Stück-Spritzen das hier machen, ist unglaublich.

SCHiCK: Thema Josefstadt. Du warst schon einmal sehr erfolgreich dort und bist in der nächsten Spielsaison auch wieder dabei hab ich gelesen…
FLORIAN CAROVE: Genau, ich war 2006/2007 schon einmal dort und werde in der kommenden Saison bei „Maria Stuart“ mitspielen, das habe ich ja schon mit Stephanie Mohr in Klagenfurt gespielt. Lustigerweise diesmal unter der Regie von Günter Krämer, mit dem ich schon vor vielen Jahren zusammengearbeitet habe. 2007 war mein Engagement in der Josefstadt fertig, danach bin ich aus Wien weg und nach Frankreich gegangen. Jetzt komme ich wieder zurück.

SCHiCK: A propos Frankreich, hast du französische Wurzeln?
FLORIAN CAROVE: Gar nicht! Ich war nur in der französischen Schule hier, im Lycée, konnte die Sprache daher ein wenig…

SCHiCK: Das hat man beim „Spieler“ gemerkt!
FLORIAN CAROVE: Ja? Da haben wir versucht das extra auf Schlecht zu machen (lacht). Ich wollte unbedingt in Frankreich arbeiten, hab also damals in der Josefstadt gekündigt und habe dann wirklich 14 Jahre lang in Paris gelebt und gearbeitet. Das möchte ich auch weiterhin machen, auch wenn ich jetzt wieder in Wien lebe.

SCHiCK: Wie sind die Unterschiede?
FLORIAN CAROVE: Ganz anders! Zum Beispiel so ein Theater wie hier findet man vielleicht dort auch öfter. In Frankreich gibt es ja relativ wenige Ensembles, alles ist privat gefördert. So gibt es dort die Théâtres privés und die Théâtres uniques. Aber es ist hart, sehr schwierig in Frankreich. Es gibt dort so viele Schauspieler. Wien dagegen ist so familiär was das betrifft. Es ist schön, wieder in Wien zu sein, auch wenn ich, bevor ich in der Josefstadt beginne noch ein Stück in Frankreich mache. Dazu war der Aufwand und der Wunsch zu groß, um das nicht auch weiterhin zu machen.

SCHiCK: Du hast bereits oft mit Dominic (Oley) zusammengespielt, wie ist er denn als Regisseur?
FLORIAN CAROVE: Nicht streng, beziehungsweise sind wir gegenseitig streng. Wir verstehen uns gut, er ist lustig, er ist genau, weiß genau was er möchte und lässt einen machen. Das Angenehme ist, wenn man mit einem Regisseur arbeitet und man weiß, warum man spielt. Er lässt einen total frei. Wir sind im Grunde wie Kinder, wie so schlimme Buben, blödeln viel, trotzdem ist er sehr genau, sprachlich sehr genau und auch schnell.

SCHiCK: Das ist jetzt aber nicht seine erste Regiearbeit so viel ich weiß…
FLORIAN CAROVE: Nein, das ist nicht seine erste Regie. Zum Beispiel habe ich hier ein Stück von ihm gesehen, das hieß „Hom(me) Alone„, so eine „Kevin allein zu Hause“ Geschichte aber 30 Jahre später. Das hat er auch geschrieben und inszeniert. Im TAG hat er einen Stücke -Wettbewerb gewonnen. Also schon einiges, was er gemacht hat. Ich finde, er hat eine ganz eigene Sprache, die mir auch sehr liegt. Er ist eine Art Sprach-Jongleur.

SCHiCK: Kannst du dir vorstellen, selber mal Regie zu führen?
FLORIAN CAROVE: Nein, aber ich mische mich immer in alles ein, das hassen alle (lacht). Ich brauche jemanden, dem ich vertraue, und dem Dominic vertraue ich. Wenn ich jemandem nicht vertraue, bin ich sicher auch ganz schlecht. Beim Alexander (Pschill) war es beim Spieler so lustig, weil man so frei sein konnte. Wie in einem Korsett, man ist in einem geschützen rahmen und ist doch frei. Ich kann mir schon vorstellen mal zu inszenieren, nur spiele ich im Moment so gerne.

SCHiCK: Wo siehst du dich in 5-10 Jahren?
FLORIAN CAROVE: Hoffentlich gesund und ich hoffe, dass es dann dieses Theater noch gibt. Ob es jetzt dieser Spielort bleibt oder woanders ist….im Gunde, dass es dieses Team dann noch gibt und man hier eine Förderung bekommt. Da sehe ich mich, da könnte ich mich sehen. Dass es eine gerechte Aufteilung gibt, weil es teilweise absurd ist, wie die Aufteilung zwischen den Großen und den Off-Theatern ist. Das muss hier stattfinden, weil es auch so erfolgreich ist. Es ist so ein guter Ort, die Leute mögen es. Da sehe ich mich, aber immer frei. Ich möchte nie irgendwo fix sein.

SCHiCK: Meine allerletzte Frage: Was ist SCHiCK für dich?
FLORIAN CAROVE: Ich mag gerne, wenn man das Wort natürlich davor setzt. Einen natürlichen SCHiCK, den hätte ich gerne. Gut, ich sehe gerade aus wie aus der Gosse gezogen nach der Probe. Den Pariserinnen sagt man das oft nach, diesen natürlichen SCHiCK. Wenn man etwas anzieht, was gar nicht teuer sein muss, aber ein spezielles Accessoire macht das ganze dann schick. Ein kleines Detail, egal ob das jetzt wertvoll ist oder nicht oder auch ein Erinnerungsstück, damit kann man so viel machen. Man kann sich anziehen mit so namenlosen Dingen und die eine Sache macht es dann aus. Ich glaube, dass ich schon ein modischer Mensch bin, weil mir das wichtig ist. Ich überlege auch immer genau was ich anziehe. SCHiCK ist ein positiv besetztes Teil für den Alltag. Nein, ich hab´s: SCHiCK ist, ohne Aufwand elegant zu sein. Wow, oder? (lacht).

SCHiCK: Wow, schön gesagt! Lieber Florian, ich danke dir für das Interview und wünsche euch  TOI, TOI, TOI für die Premiere. 
FLORIAN CAROVE: Gerne! Ich freu mich euch bei der Premiere zu sehen.

WEBSITE: www.bronski-gruenberg.at
FACEBOOK:  www.facebook.com/bronskigruenberg
TRAILER: www.bronski-gruenberg.at/video/valentino_trailer.mp4

TERMINE

Premiere: 13. Mai 2017
17./18. und 27. Mai, 1./2. und 17. Juni
Beginn: 20.00 Uhr

im

 BRONSKI & GRÜNBERG THEATER
Müllnergasse 2, 1090 Wien

WIR VERLOSEN
1×2 Karten für „My funny Valentino“ am Mi, den 17. Mai 2017

Füllt uns das Gewinnspielformular bis 16. Mai 2017
mit dem Betreff „VALENTINO“ aus.

Die Gewinner werden schriftlich verständigt!

TEILNAHMEBEDINGUNGEN

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