DESIGN

Take Festival – Das Beste kommt zum Schluss

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Auch heuer verwandelten sich die einzelnen Räume der Alten Post im Rahmen des Take Festivals for Fashion and Art zum Hotspot für künstlerische Selbstverwirklichung. Ob Fotografie, Mode, Kunst, Design oder audiovisuelle Darbietungen für Jeden schien es das eine oder andere Schmankerl zu geben. SCHiCK war mittendrin. 

Vier Tage lang hat das Take Festival schon seine Pforten für alle Kunst – und Mode Liebhaber geöffnet. Es ist Zeit Abschied zu nehmen und was gibt es da besseres als die „Stationen“, einzeln abzuklappern.

In der Haupthalle des Erdgeschoßes kann Gast sich von einem Vortrag über Mode und wo sie ihre Fußspuren hinterlässt, berieseln lassen. Doch die Action spielt sich versteckt, hinter der Bühne ab. Pfeile am Boden zeichnen den Pfad durch das Wunderland an. Genau dieses Wort ist wohl die richtige Beschreibung für die heutige Reise. Lasset Alice Trip beginnen.

Die ersten Räume sind auf 1,5 km geprägt von einer visuellen Geschichte über Film und konzeptioneller Mode. Mit Einzelstücken kreieren die Designer der Designerplattform IVAN ASEN 22 aus Sofia einen Faden durch die Erschaffung der Flüchtigkeit und doch Beständigkeit der Einzigartigkeit. Wer mit Stereotypen brechen will hat im Volgger Studio  (Jasmin Volgger  und Regina Volker) die Möglichkeit seine Flügel auszubreiten.

Dem Thema Utopia/Dystopia widmen sich die jungen Kollegstudenten der Modeschule Herbststrasse. Seien es nun Abbildungen von Lavagestein als Oberteil oder feine Spitze, das wie ein Schleier nur das nötigste verdeckt, experimentelle Oberflächengestaltung und amorphe Silhouetten lassen die Kleidungsstücke in Kunststücke verwandeln. Die Liste an Designern ist lang und eröffnet Besucher einen kurzen Einblick in die Kreativphasen einzigartiger Modeschöpfer.  Hinter der Tür Nr 14 gibt es eine Live Audio Visual Fashion Oper in der Mirre M. Olga Georgievas Klängen lauscht. Ein audiovisuelles Erlebnis das zur Entstehung der Fashion Oper  „We Take You“ geführt hat.

„Under Construction“ war wohl das Highlight des Abends für jene die ihrem Auge eine Echtzeitfotografie liefern wollten. Ein Stillleben Projekt, das Thomas Albdorf gewidmet ist, das an der Universität für angewandte Kunst ins Leben gerufen wurde. Eine Mannequin Challenge wäre wohl die heutige Bezeichnung für dieses Experiment. Ein Award für das SCHiCKste Kleid geht meiner Meinung nach definitiv an PHI, Schöpfer Moulham Ovid. Mit dem Versuch dem goldenen Schnitt gerecht zu werden, trifft er mit seinem Schönheitsideal direkt auf fruchtbaren Boden.

Clara  Lerchls Manifest verbindet das urbane mit dem progressiven und zeigt damit auf, dass Zeitlosigkeit allen Veränderungen standhält. Die Models baden dabei in warmen Tönen und geben Zuseher das Gefühl zu Hause zu sein. Hanna Prugers „La Forza Del Mare“ zeigt eine Szene wie aus der griechischen Mythologie auf. Die hübschen jungen Models sitzen um Fischernetze, wie gestrandete Sirenen und verändern ab und an ihre Positionen um ein wenig Diversität  in den Stillleben Alltag zu bringen.

Auch Mode, die in Richtung S-M geht, mit Ketten um die Hälse und Fesseln der Frauen als Modeerscheinung lassen den einen oder anderen Gedanken an Shades of Gray aufpoppen. Geschmäcker sind da wohl verschieden, einen künstlerischen Effekt hat jedoch diese Art der Selbstdarstellung trotzdem allemal.

Bizarr und komplex geht es weiter im 2. Obergeschoss. Hier befindet sich dann der Höhepunkt von Alice Reise. Zahlreiche Lichtexperimente, die auf Musik und Bewegung reagieren, animieren Besucher dazu sich mit seinem Bier mitten in einen dunklen Raum zu legen, umgeben von audiovisuellen Reizen. Hand mit Auge waren wohl die bemerkenswertesten Aussteller. White Noise und der richtige Ton dazu? Kein Problem, denn Hands on mentality ist hier mehr als erwünscht. Die fast menschlich aussehende Baumstümpfe, die mit einem Lichtsensor ausgestattet sind, die Bewegungen oder deinen Herzschlag sichtbar machen, waren mein Favourite in diesem Stockwerk. Ob ein künstlicher Sternenhimmel oder eine Star Wars-ähnliche Licht-Immitation mit Neonlichtern, zu epileptischen Anfällen sollte Gast da nicht neigen.

Sozialkritisch, Anti Mainstream und eigen sind auch die weiteren Kunstobjekte. Ein Schutthaufen mit einem flackernden Fernseher drauf braucht in dem Fall keine Erklärung. Die mediale Berieselung und Kopfwäsche, die unser Kaufverhalten und sogar persönliches Leben beeinflusst, ist im nächsten Raum zu beobachten. Ein Fernseher mit einem übertriebenen Homeshopping Sender lockt einige in seine Gemächer. Da kann man sich dann gleich fallen lassen im  übergroßen Indianerzelt.

Unglaublich und doch wahr aber schon sind wir am Ende unseres Trips angekommen. Es ist Zeit, dass Alice aus dem Traum erwacht und sich im Pop up Store umsieht. Heuer durfte Nicole Adler, ein bekanntes Gesicht in der Modeszene, als Kuratorin fungieren. Hier gönnt man sich dann am

Besten das eine oder andere Modestück der Spring/Summer Kollektion 2017. Ein Streifzug durch die österreichische Designszene ist garantiert.

Wer jetzt noch nicht genug hatte, konnte sich dann noch bis 4:00 morgens bei smoothen Tönen austoben und sich von Neni einen Happen zum Ausklingen holen.

SCHiCkes Fazit: Die Ausstellungen des heutigen Abends, waren wohl mit dem Erhalt von Paketen zu vergleichen. Man wird von Tür zu Tür mit neuen Sachen überrascht und durchlebt eine Abenteuerreise der ganz besonderen Art. Wer dieses Event verpasst hat, hat nächstes Jahr wieder die Möglichkeit dabei zu sein, wenn es wieder heisst: „We Take You“!

Take Festival of Independent Fashion and Arts

HOMEPAGE: www.take-festival.com/
PROGRAMM: take-festival.com/schedule-2017/
FACEBOOK: www.facebook.com/takefestival/

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