KONZERT

Alter Bridge mit tatkräftiger Unterstützung

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Eigentlich würde man Alter Bridge gar nicht so viel Breitenwirkung zutrauen wie ihrer Vorgänger-Formation Creed. Dass dennoch so viele – und auch weibliche – Besucher kamen, hat vielerlei Gründe.

Da wären zum einen mal die neuseeländischen Rocker von Like A Storm. Schon aus Creed-Tagen und einer US-Tour vor vielen Jahren kennt man sich, und die Kiwi-Jungs bringen nicht nur einen interessanten Hardrock-Mix aus tiefen Gitarren und Didgeridoos mit, sondern geben auch optisch einiges her. Für die Damen und Herren im Publikum eine ideale Mischung aus den Black Veil Brides und Jamiroquai, wenn man das so sagen kann – sowohl akustisch als auch optisch. Wo der eine oder andere Jazzpolizist (und deren gibt es bei solchen Lineups wie an diesem Abend viele) zufrieden die Augenbraue lupft, wird auch der Begleiterin ganz warm. Wenn auch aus anderen Gründen.

Nach den tätowierten Heartthrobs vom anderen Ende der Welt freilich war es Zeit für etwas Musikhistorie. Keine geringeren als Living Colour gaben sich recht kurzfristig für ein knackig kurzes Set die Ehre und bewiesen einmal mehr, warum sie seit rund dreißig Jahren als maßgebliche Band sowohl im harten, schwarzen Funk/Hardrock-Crossover als auch als Benchmark für musikalische Virtuosität gelten. Viele Klassiker ihrer frühen Alben wurden mit gnadenloser Präzision und ungebrochener Spielfreude dargeboten, durchsetzt von ihren bekannt politischen Statements. A propos Spielfreude: gleich zwei populäre Rock-Klassiker durften die Zuhörer in einem völlig neuen und unnachahmlichen Gewand als Coverversionen bestaunen: Cream’s Sunshine Of Your Love und Should I Stay Or Should I Go von The Clash. Unfassbar gut!

Der Hauptact des Abends machte aber schnell klar, warum Alter Bridge doch auch recht viele weibliche Besucher gleich im Doppelpack anziehen und so mancher musikbegeisterte Zuseher von seiner Freundin begleitet wurde: Frontman und Sänger Myles Kennedy ist sich seiner Erscheinung durchaus bewusst und gibt sehr soave und gönnerhaft den Blickfang auf der Bühne – was aber keineswegs über sein beeindruckendes gesangliches Können hinwegtäuschen soll. Wer gut genug ist, um einem Scott Stapp nachzufolgen und auch immer wieder gerne gesehener Gast bei Slash ist, kann schon was. Auch wenn er immer ein wenig wie die ältere, coolere Version von Jared Leto wirkt, ist er mit Sicherheit der routiniertere Musiker. Nicht weniger im Mittelpunkt steht aber Bandchef, Hauptsongwriter und Gitarrist Mark Tremonti, eigentlich auch ein fescher Kampl, der mit seinen Mitstreitern an Bass und Schlagzeug ja mit Creed die späten 90er und frühen Nullerjahre entscheidend mitprägte. Energiegeladene Riffs und eingängige Melodien dominieren nach wie vor sein Spiel, wenngleich auch keine zwingenden Hits wie früher dabei sind. Bemerkenswert übrigens, dass kein einziger(!) Song der so erfolgreichen ehemaligen Combo den Weg in die Setlist gefunden hat. Bei mittlerweile fünf Alter Bridge Alben hat wahrscheinlich aber auch niemand in der Band mehr das Bedürfnis, Hits von seinerzeit zu verwalten. Ein solides Set, zwei Zugaben und ein fröhliches Publikum beschlossen also einen hochkarätigen Rock-Abend, der eigentlich nur ein einziges Manko hatte: die PA im Saal war offenbar mit der Handbremse unterwegs. Mit einer schüchternen Lautstärke wie bei Tanz ab Dreißig tut man solch energiegeladenen Acts keinen Gefallen. Da muss mehr gehen, lieber Gasometer!

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