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AN(N)US HORRIBILIS 2020

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Schön waren noch die Zeiten, als SARS-CoV-2 nur ein paar Fledermäuse in China kannten, doch dann kam das Kulinarische aus für Fledermaus und Schlange. Der Mensch hat Hunger nach Geld, Gier und sogar nach geschützten Fledermäusen. Wahrscheinlich süß, scharf zubereitet mit Reis.

 

Das Jahr 2020 war nicht nur für die Welt und für Österreich, auch für mich persönlich ein sehr beschissenes. Eine Katastrophe jagte die andere.

Die ersten Tage 2020 begannen für uns und für mich sehr gemütlich. Wie immer sah ich mir das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker an, am Dirigentenpult stand zum ersten Mal Andris Nelsons. Wie jedes Jahr wartete ich auf den Super-Hit „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss (Vater) und klatschte wie jedes Jahr mit.

Am 7. Jänner wurde unsere neue Regierung angelobt, am selben Tag rief mich ein Freund an und erzählte mir, dass er seine Wohnung nicht mehr verlassen würde. Er quasselte von einem Virus. Ich verstand kein Wort von dem, was er mir sagen wollte. Okay, er kifft manchmal, doch hat er sich tatsächlich in seiner Bude eingebunkert.

 

©Manfred ©Cobyn-SCHiCK-Magazin

©Cobyn-SCHiCK-Magazin

Am 8. Jänner musste ich das erste Mal in diesem Jahr für 30 Tage in einem Krankenhaus liegen. 76 Tage hatte ich noch vor mir, das wusste ich damals noch nicht.

Im Jänner feierten Menschen in fast aller Welt und in allen Schiregionen lustige Hüttengaudi und Party.

Witziges Apre Ski

 

Es dauerte nicht lange, und Ende Februar hatten wir den ersten Fall in Österreich. Plötzlich wachte die neue Regierung auf, obwohl schon im Dezember 2019 vor diesem Virus inoffiziell gewarnt wurde. Wenn es mein Freund wusste, egal aus welcher Quelle, dürften auch die Behörden bei uns davon gewusst haben, oder haben die wieder einmal geschlafen?

 

 

Im Krankenhaus hatte ich nichts Besseres zu tun, als geheilt zu werden und Nachrichten schauen. Am 28. Jänner waren erstmals Berichte über Wuhan zu sehen und der Name des Jahres wurde geboren: Corona. China ist weit weg, sollte man meinen, und viele hielten dies für ein lokales Problem. Doch SARS-CoV-2 ist ein „intelligentes“ Virus und flog auch erste Klasse rund um die Welt.

Nachdem ich endlich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, machte meine Freundin nach 5 Jahren mit mir Schluss. „Ich wäre zu kompliziert“. Recht hatte sie, aber nach fast einem Jahr könnten sich nun hübsche Leserinnen bei mir melden: cobyn(at)schick-magazin.com. Aber Vorsicht, ich bin beileibe nicht der Traummann. Ich habe viel zu tun und brauche meine Freiheiten. Doch bin ich treu und irgendwie sehr lieb.

Manfred Cobyn

©Manfred Cobyn/Prosit 2021

 

Das Jahr 2020 war auch ein Jahr von Sinnlos-Verordnungen, die meisten etwas schwammig formuliert und vom VfGH für null und nichtig erklärt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober ist wohl der falsche Mann in dem Ministerium. Er mag ja nett sein, doch nett ist in diesem Fall die Schwester von unfähig. Hunderte sinnlose Pressekonferenzen machen Menschen auch nicht gesund. Er erfand nicht nur eine Ampel, sondern auch eine Corona-Hotline 1450, die immer kalt blieb und einfach nicht erreichbar war.

Es pfeifen schon die Spatzen vom Dach, dass Bundeskanzler Kurz schön langsam genug hat von den unfähigen Grünen. Neuwahlen 2021 stehen womöglich im Raum. Kurz kuschelt nicht umsonst mit dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig, und warum nicht wieder eine ÖVP-SPÖ Regierung?

Mittlerweile wurde schon der 3. Lockdown beschlossen. Der vierte folgt ganz sicher.  Es gibt zwar die Möglichkeit eines „Freitestens“, doch diese Tests sagen genau nix aus und sind nach kurzer Zeit, null und nichtig. „Koste es, was es wolle“, posaunte Bundeskanzler Sebastian Kurz im Frühjahr heraus. Mittlerweile kostet uns die Pandemie an die 60 Milliarden Euro, Tendenz steigend.

© Pixabay

Doch es gibt Licht am trüben Horizont, eine Impfung ist da, zugelassen und bereits im Lande. Nun, bis ein Impfstoff wirklich zugelassen wird, dauert das im Normalfall 7-12 Jahre, um alle Langzeitfolgen zu dokumentieren. Hat schon jemals eine schwangere, geimpfte Frau ein Baby auf die Welt gebracht? Ein wenig erinnert mich das auch an den Contergan-Skandal aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Doch auch bei dem Impfplan versagt die Regierung total. In Israel wurden fast 500.000 Menschen bis zum 28. Dezember geimpft. Österreich schafft in der selben Zeit nur 6.000 Impfungen, bei gleicher Einwohnerzahl.

An die 50% der Österreicher wollen sich nicht impfen lassen, jetzt mal abgesehen von den Idioten, die nur ein Buch im Wohnzimmer liegen haben: Verschwörungstheorien. Ich lasse mir noch ganz sicher nicht eine Nadel in den Oberarm stechen. Abwarten. Kurz und Co. auch nicht, „sie wollen sich nicht vordrängen“. Die ersten Impfungen, die mediengerecht und live inszeniert wurden, nutzen sie aber sehr wohl als Gelegenheit, um in alle Kameras zu lächeln. Es mangelt wie immer an Kommunikation.

Nun müssen unsere „Alten“ als Versuchskaninchen herhalten, gerade die, die die zweite Republik aufgebaut haben, auf die kann man locker verzichten, sie haben ihre Schuldigkeit getan und kosten nur sinnlose Pensionszahlungen und nehmen Platz in Seniorenresidenzen weg.

Dieses Jahr verzeichneten wir im Land die höchsten Arbeitslosenzahlen seit 1945, Kurzarbeit noch nicht dazugerechnet. 5-Sterne-Hotelbesitzer in den beliebtesten Schiregionen im Land halten ihre Hände bettelnd auf und werden vom Staat gefüttert. „Das Coronavirus trifft die Hotellerie mit voller Härte…“, so heißt es. Okay, da ist was dran, aber dass auch die Superreichen 80% Umsatzersatz erhalten, obwohl sie nach all den fetten vergangenen Jahren einiges im Sparstrumpf angehäuft haben. Doch Geld stinkt nicht, und die Schatztruhe muss weiter gefüllt werden. Bei Kleinstbetrieben müssen sich der Chef und seine Mitarbeiter beim AMS anstellen und um Almosen bitten. Ihr Untergang ist programmiert.

Die Wiener Linien sitzen die Pandemie ab und sind nicht bereit kürzere Intervalle zu fahren, im Gegenteil. Überfüllte Wagons sind die Folge, wie ich erst am 29. Dezember wieder feststellen musste.

© Manfred Cobyn

29. Dezember, 15.30 Uhr in der U6

Im Sommer ließen es sich tausende Österreicher nicht nehmen, den Urlaub in der alten Heimat am Balkan oder in der Türkei zu verbringen. Die Folgen der erholsamen, sonnigen Wochen spürten wir im Herbst, als die Pandemie ihre rasante Fahrt bergauf begann.

 

Kriege im Jahr 2020:

Der Mensch ist eigentlich ein Trottel. Im heurigen Jahr haben sich Unmengen an Staaten gegenseitig die dummen Köpfe eingeschlagen. Die Demokratische Republik Kongo zum Beispiel, einer der ärmsten Staaten der Welt. Aber trotzdem kämpfen verschiedene Gruppen um einen Schas. Im Sudan ein ähnliches Bild. Dann gibt es noch sinnlose Konflikte auf den Philippinen, in Libyen, natürlich in der Ukraine, in Mali, Afghanistan, Syrien, Kolumbien. Konflikte in Indien, Myanmar, Irak und noch immer den Nahost-Konflikt. Entführungen und Morde stehen noch immer in Nigeria an der Tagesordnung. Der weißrussische Diktator Aljaksandr Lukaschenka klebt an seinem Sessel wie eine Filzlaus an behaarten Eiern.

Eine riesige Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut ereignete sich am 4. August 2020. Rund 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat flogen den gebeutelten Menschen um die Ohren. Die Lagerung des brisanten Stoffes blieb viele Jahre „geheim“. 100 Tote und mehr als 4.000 Verletzte waren die Folge.

 

Leider traf uns ein nordmazedonischer „Österreicher“ am 2. November 2020 mitten ins Herz. Ein Sympathisant vom staatenlosen IS ballerte geistesgestört in die Menge im ersten Bezirk. Der Verfassungsschutz hat nicht geschützt, sondern versagt. Bei dem Anschlag wurden vier Menschen getötet und 23 verletzt. Man spricht immer nur von „verletzt“, doch deren Qualen werden immer gerne vergessen.

© Manfred Cobyn

© Manfred Cobyn

 

Es gibt aber auch Positives zu berichten. Lebemann Karl-Heinz Grasser wurde endlich nach vielen Jahren der Ermittlungen und Prozesse verurteilt. Auch kam gute Nachricht aus den USA. Donald Trump wurde aus dem Weißen Haus geschmissen. Wahrscheinlich wird sich am 20. Jänner 2021, dem Tag der Angelobung von Joe Biden, der trotzige Donald im Oval Office mit Ketten anbinden und vom Secret Service unsanft vor die Türe geworfen.

Die Wiener Grünen konnten mit ihrem Planschbecken am Gürtel nicht punkten, und Bürgermeister Ludwig wollte die Bevölkerung mit Schnitzel für alle beeindrucken. Die Gastro-Gutscheine kosteten 40 Millionen Euro und kamen hauptsächlich Betrügern und Gaunern in den gierigen Rachen. Doch Ludwig gewann die Gemeinderatswahl lächelnd und hat noch viel vor.

© Manfred Cobyn

© Manfred Cobyn-H.C Strache

Abgewählt wurde H.C. Strache und sein lustiges Team, doch leider hat er auch noch viel vor und keine Lust, „Arbeitsloser des Jahres“ zu bleiben.

In diesem Jahr lernten wir ein wenig Englisch und viele neue Wörter. Von „Abstandsregelung“ bis „Zielinzidenz“. Hier zum Nachlesen noch viele neuen Wörter:

Wortschatz 2020

 

Trübe Aussichten 2021:

Corona wird uns noch lange quälen, auch wenn in Windeseile ein paar Impfstoffe aus dem Hut gezaubert wurden. Kriege werden weiter geführt, die Umwelt weiterhin traktiert, und die Despoten, Tyrannen und Diktatoren werden weiterhin ihre „Untertanen“ aussaugen wie Bettwanzen.

Machen wir das Beste draus

 

 

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