KULTUR

DAS KOMPLETTE CHAOS AUF DEN BRETTERN, DIE DIE WELT BEDEUTEN

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Die Komödie über die Achterbahnfahrten der Theaterwelt und ihrer Bevölkerung schlechthin.

Ab dem 15. Oktober bricht  „Der nackte Wahnsinn“ an den Kammerspielen der Josefstadt aus. Eine der lustigsten Kömödien, die je geschrieben wurde. Ein Angriff auf die Lachmuskeln und der tiefe Einblick in die Welt des Theaterzoos sind garantiert.

Der Autor Michael Frayn ist ein absolutes Mastermind. Seine Arbeiten umfassten zunächst journalistische Werke, bevor er sich dem literarischen Schreiben zuwandte. Über dreißig Theaterstücke, zehn Romane, Tschechow-Übersetzungen, philosophische Abhandlungen und kolumnistische Arbeiten entspringen aus der Feder des 1933 in London geborenen Autors. Er schrieb unter anderem für  „The Guardian“ und „The Observer“. Besondere Aufmerksamkeit erlangte sein hochpolitisches Stück „Kopenhagen“ (1998). Hier beschreibt er die Diskussionen der beiden Atomphysiker Niels Bohr und Werner Heisenberg.
Im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit beschäftigte er sich immer wieder mit politischen und kulturellen Begebenheiten der deutschen Zeitgeschichte. Sein bekanntestes Werk diese Thematik betreffend ist wohl „Demokratie“(2003). Es setzt sich analytisch mit der Guillaume-Affäre und Willi Brandt auseinander.
2004 wurde ihm aufgrund seiner Arbeiten über die deutsche Zeitgeschichte  das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Die 1982 geschriebene Kömödie „Der nackte Wahnsinn“ behandelt ein ganz anderes Thema. Ein nicht besonders hochqualitatives Tourneetheater probt das Stück „Nichts los“. Eine klassische Boulevardkomödie. Eine der schwierigsten Formen von Theater.  Auf den Punkt genaues Timing, versetzte Tür auf/Tür zu-Auftritte, absolute Natürlichkeit, verschachtelte Dialoge, Requisitenschlachten und perfekte Textsicherheit müssen aus dem Ärmel geschüttelt und die Rollen dürfen nicht vergessen werden.

Der erste Akt handelt von der desaströsen Generalprobe. So gut wie alles geht schief:  Texthänger, falsche Auftritte, verschwundene oder nicht passende Requisiten, klemmende Türen und Unfähigkeit der Technik folgen Schlag auf Schlag.
Der Regisseur des Stückes behält nach außen hin gute Miene zu bösem Spiel und versucht den für den Zuseher irre komischen Affenzirkus noch irgendwie in geregelte Bahnen zu lenken.
Für den zweiten Akt wird das Bühnenbild um 180° gedreht und man befindet sich auf der Hinterbühne, wo das komplette Chaos ausbricht. Ein herrliches „Theater im Theater“-Schauspiel beginnt. Jetzt verschwimmt das private Leben der Schauspieler mit der zu spielenden Aufführung. Von Eifersucht, Liebesverwirrungen, Neid, Eitelkeit bis hin zu Handgreiflichkeiten und betrunkenen Kollegen ist alles vorhanden, das diesen Abend gehörig an die Wand fahren lässt. Der verzweifelte Regisseur versucht zu intervenieren und macht alles nur noch schlimmer.
Im dritten Akt sieht man wieder das Original-Bühnenbild und sämtliche Akteure versuchen mit Händen und Füßen, diesen nackten Wahnsinn zu bekämpfen und die Produktion zu retten. Doch eine sich steigernde gemeinschaftliche Raserei macht eine Rettung so gut wie unmöglich.

Der Film zum Stück mit dem englischen Titel „Noises Off!“ unter der Regie von Peter Bogdanovich, mit Michael Caine und Christopher Reeve aus dem Jahre 1992, ist eine der besten Filmkomödien dieses Metier betreffend.

 

Auf diese Produktion an den Kammerspielen können sich nicht nur theateraffine Menschen freuen. Mit dieser „Spiel im Stück“-Komödie wird jeder Besucher einen wahnsinnig komischen und entspannenden Abend verbringen.

 

Regie
Folke Braband

Bühnenbild und Kostüme
Stephan Dietrich

Übersetzung
Ursula Lyn

Dotty Otley, Mrs. Clackett
Ulli Maier

Garry Lejeune, Roger Tramplemain
Alexander Pschill

Brooke Ashton, Vicki
Alma Hasun

Frederick Fellowes, Philip Brent/Scheich
Oliver Huether

Belinda Blair, Flavia Brent
Ruth Brauer-Kvam

Selsdon Mowbray, Einbrecher
Heribert Sasse

Lloyd Dallas, Regisseur
Michael von Au

Poppy Norton-Taylor, Regieassistentin
Eva Mayer

Tim Allgood, Inspizient
Martin Niedermair

 

Premiere am 15. Oktober um 20:00 Uhr
Vorstellungstermine am  16./23. und 26. Oktober um 20:00 Uhr
24. und 25. Oktober um 15:00 & 20:00 Uhr

www.josefstadt.org

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3 Comments

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  3. Mathias Chanell

    30. Oktober 2015 at 09:27

    Lieber Markus,

    schön, etwas von Dir zu lesen.
    Bitte ruf mich an oder kontaktiere mich kurz per Email.
    Es ist wichtig!

    Herzlichen Gruß
    Mathias

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