BÜHNE

„DER BAUER ALS MILLIONÄR“

Von  | 

KÖPPLINGERS „GEIST-REICHES“ ZAUBERMÄRCHEN

Am vergangenen Donnerstag gab’s mit dem Biedermeierklassiker„Der Bauer als Millionär“ nach 15 Jahren erstmals wieder einen waschechten und dennoch aktuell anmutenden Raimund im Theater in der Josefstadt zu sehen. Regisseur und Gärtnerplatztheater-Intendant Josef E. Köpplinger verwandelte das längst verstaubte Zaubermärchen in eine höchst geistreiche Rummelplatz-Inszenierung.

Wie ein Neo-Millionär zum Aschenmann wird und durch Läuterung zur Zufriedenheit gelangt

Die etwas in die Jahre gekommene Geschichte des über Nacht zu großem Reichtum gelangten Bauers Fortunatus Wurzel (ja, Michael Dangl schafft auch diesen Spagat einwandfrei!) und seiner Vertragsbrüchigkeit gegenüber der Feen – und Geisterwelt ist Dank Josef E. Köpplingers Einfallsreichtum endlich dem Kostüm der verstaubten Biedermeier-Stücke entstiegen. Zuletzt stand Raimund im Jahr 2003 mit „Der Alpenkönig und Menschenfeind“ mit Herbert Föttinger als Rappelkopf am Spielplan des Josefstadttheaters.

Unerwartet schwungvoll und geistreich (was man nicht alles aus dem Wort „Geisterreich“ zaubern kann im Bühnenbild von Walter Vogelweider) gestaltete sich nun die Premiere von Raimunds  „Der Bauer als Millionär“ am Theater in der Josefstadt am Premierendonnerstag. Köpplinger lässt seinem Ensemble wie immer genug Raum, um die eigenen feinen Nuancen in der Darstellung herauszuarbeiten, die enorme Spielfreude von Oley, Niedermayer, Grujcic und Pschill ist dabei kaum zu übersehen. 

Neben Michael Dangl‘s feintönigen wie emotionalen Couplets (die kann er halt wirklich), die in der Josefstadt fast immer einen politisch-aktuellen Touch bekommen,  sticht vor allem das berühmte Abschieds-Duett „Brüderlein fein“ mit einer bezaubernd glasklar singenden Jugend (wow: Theresa Dax) hervor. Der Besuch des „hohen Alters“ (Wolfgang Hübsch hat an diesem Abend wohl einige an Oscarpreisträger Anthony-Hopkins erinnert) erntet durch seine unaufdringliche Wandlungsfähigkeit ebenso viel Szenenapplaus vom Publikum.

Neben all den fein heraus gearbeiteten Charakteren fällt lediglich Wurzels Ziehtochter Lottchen (Lisa-Carolin Nemec) ein klein Wenig aus dem Rahmen der sonst so überzeugenden Darstellungen. Während Tobias Reinthaller (der arme Fischer Karl Schilf) durchaus als verliebter Gockel überzeugt, kann Nemec hier leider nur mit überzogener Dramatik aufwarten. Weniger wäre da mehr gewesen. Ein verliebtes Leuchten in den Augen überzeugt sicher mehr als ein dramatisches zu-Boden-Werfen. 

Das perfekte Zusammenspiel von Neid (oh, wie dieser Mann amüsant Giftnattern versprühen kann: Martin Niedermair) und Hass (Dominic Oley – in irrwitziger „Woody Harrelson-Optik“ – liegt das Komödienfach einfach im Blut) wird hier zum absoluten Highlight des Abends. Unterstrichen wird dieses schwungvolle Duo (Kostüme von Alfred Mayerhofer und Maske haben hier wirklich gute Arbeit geliefert!) noch von Ljubisa Lupo Grujcic und Oliver Rosskopf als perfide Diener des Hasses.

Auch „Bronski & Grünberg“ – Gründer Alexander Pschill sorgt in der Rolle des schwäbischen Magiers Ajaxerle von Beginn an für jede Menge Lacher und bringt mit seinen Kollegen beinahe einen Hauch „Bronski“ auf die Bretter der Josefstadt.  

Im Gegensatz zu diesen schillernden Figuren besticht Julia Stemberger in der Rolle der „Zufriedenheit“ durch schlichte Eleganz und Komik. Ja, es hat sich wohl doch endlich aus-ge“wessely“t. Johannes Seilern (Lorenz) und Paul Matic (der Habakuk in grandios komischem Kostüm) agieren famos in den Rollen von Wurzels Kammerdiener und Bedienstetem. Und Alexandra Krismer? Die überzeugt auch gesanglich in der Rolle der auf ihr Wolkenschloss verbannten Zauberfee Lakrimosa. Auch Belush Korenyis musikalischer Beitrag wie immer TOP!

Alles in allem hat Josef E. Köpplinger seinem guten Namen als Erfolgsregisseur alle Ehre gemacht und für einen höchst vergnüglichen, wie auch nachdenklichen Abend rund um das Thema Anstand, Moral, menschliche Schwächen und wahre Liebe gezaubert. Und das auf einem Rummelplatz der geist-reichen Eitelkeiten und Gestalten. 

 

 

 

TRAILER: Jan Frankl

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B E S E T Z U N G

REGIE
Josef E. Köpplinger

 

BÜHNENBILD
Walter Vogelweider

KOSTÜME
Alfred Mayerhofer

 

THEATER IN DER JOSEFSTADT
Josefstädter Straße 26
1080 Wien

WEBSITE: www.josefstadt.org
FACEBOOK: www.facebook.com/TheaterinderJosefstadt

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