MOTOR

Die Königsklasse gastiert königlich am Red Bull Ring

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Von 1.7. – 3.7.2016 wird Österreichs Motorsport-Mekka, der Red Bull Ring im Murtal zum Zentrum der Motorsport-Welt. Denn da gastiert mit der Formel 1 die schnellste, teuerste und mächtigste Rennserie überhaupt im Herzen der grünen Steiermark.

Als man die vermoderte Rennstrecke nahe Zeltweg 2003 an Dietrich Mateschitz verkaufte und dieser 2004 mit seinen rigorosen Umbauarbeiten begann, träumten zahlreiche Österreicher wieder von einem Grand Prix in Österreich. Mit Mateschitz und seinem Bullen-Imperium war der richtige Mann gefunden, es wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Kein Stein blieb auf dem anderen, auch wenn die Streckenführung beibehalten wurde. Vermutlich weil sich abgesehen von Spa-Francorchamps und dem legendären Kurs von Monza kaum eine Streckenlegung so sehr profiliert hat wie Spielberg. Als 2011 das neue Motorsportzentrum eröffnete, wurde schnell klar, der Kern war der alte, doch alles darum herum war neu, besser und effizienter. Der Red Bull Ring war bereit für die richtig großen Aufgaben.

2014 war es dann so weit: die Formel 1 gab ihr Comeback in Österreich und gab damit gleichzeitig dem Ring selbst quasi ein goldenes Gütesiegel. Und dieses kann sehr wertvoll sein, die Vergangenheit hat gezeigt, Rennstrecken, denen es an Qualität mangelt, sind schnell wieder Geschichte in der Formel 1. Natürlich spielt der Kostenfaktor auch eine gewichtige Rolle in der Planung von Ecclestone und seinen Vermarktungs-Gurus. Fest steht: Dieses Jahr wird man wieder die beiden roten Göttinnen aus Maranello dabei beobachten können, wie sie Jagd auf zwei Silberpfeile machen, natürlich nur während sie selbst von blauen PS-Monstern mit rotem Bullen auf ihren Motorabdeckungen gejagt werden.

Gestartet werden die Boliden zum offiziellen ersten Training bereits am Freitag den 1. Juli. Noch vor dem Mittagessen lassen die Teams ihre Karbon-Geschosse von der Leine und schicken ihre Fahrer zur First Practice Session durch die Höhen und Tiefen des Kurses. Am Samstag wird es dann wirklich ernst. Denn das Qualifying zwingt dann erstmals alle Teams, die Hosen runterzulassen, während in den Trainings oft noch Tarnen & Täuschen als übliches Mittel zum Zweck gilt. Doch wenn es um die Startaufstellung geht, kennen vor allem die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg keine Gnade, zu wichtig ist die erste Startreihe im Kampf um den dritten WM-Titel für die Sternenkrieger in Serie. Wie ernst es dem Engländer Hamilton im Kampf gegen seinen Teamkollegen an der Spitze ist, hat das DTM-Wochenende am Red Bull Ring gezeigt. Der dreifache Weltmeister wurde gerüchteweise nicht nur im Hospitality der Stuttgarter, sondern auch auf der Strecke gesehen. Der Asphalt ist neu, ein Schelm wer Böses und an Streckenerkundung denkt. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Red Bull ist wieder erstarkt. Nach seinem Debüt-Sieg in Spanien hat Max Verstappen in Monaco einen glatten Nuller verzeichnet, gilt allerdings trotzdem als schneller und gefährlicher als sein Vorgänger Daniil Kvyat. Sein Partner Dani Ricciardo hat nach seiner Pole im Fürstentum wohl auch Blut geleckt. Mit dem Red Bull Rennstall wird auf der Hausstrecke in der Heimat bestimmt zu rechnen sein. Als dritte Kraft im Bunde wird vermutlich Ferrari in Erscheinung treten. Die roten Giganten mit dem schwarzen Pferd auf der Nase kommen mit den Superstars Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel im Cockpit in die Steiermark. Zusammenaddiert haben die beiden seit 2007, dem ersten Jahr nach Großmeister Schumachers erstem Rücktritt, satte fünf WM-Titel gewonnen. Vettel hat mit seinem Buddy Räikkönen den idealen Teamkameraden gefunden, die beiden verstehen sich blind, gelten als gute Freunde. Beflügelt von den äußeren Umständen und unter der Bedingung, dass die roten Göttinnen mit Enzos Segen zu Höchstleistungen auflaufen, gelten sowohl der Deutsche als auch der schweigende Finne zumindest als Geheim-Favoriten für den GP von Österreich.

Aber abschreiben darf man allgemein keinen der Fahrer und Hersteller im Pulk. Spielberg ist bekannt für seine Wetterkapriolen. Die Sonne kann innerhalb von Minuten verschwinden und das Mittelmeer sich über dem Ring ergießen. Dieser Umstand gepaart mit den teils engen und abschüssigen oder aufsteigenden Kurven kann so manch eine Überraschung ans Licht bringen. Besonders die beiden ersten harten, spät angebremsten Rechtskurven, Castrol und Remus genannt, mischen auch unter idealen Wetterbedingungen bereits nach einer Runde das Starterfeld gut durch. Zwar wird es wohl am Ende keinen Haas, Manor und leider auch keinen McLaren in den Top 3 geben, doch der eine oder andere Ausreißer nach oben ist durch die spannende und anspruchsvolle Streckenführung immer möglich. Schon im Qualifying, auf der Suche nach der letzten Tausendstel Sekunde, wird so mancher Pilot an die Grenze seiner fahrerischen Fähigkeit kommen.

Wen da schon der Herzinfarkt auf der Tribüne einholt, der sollte am Sonntag fernbleiben. Denn das Rennen in Spielberg ist an Spannung kaum zu überbieten. Der einzig echte Favorit ist der Führende in der vorletzten Runde. Davor kann alles passieren. Für jeden Motorsport-Fan ein Traum und garantiert ein echtes Highlight als Gast auf den Rängen. Und ob man es glaubt oder nicht, sogar das Rahmenprogramm der Formel 1 lässt manch anderes Spektakel lächerlich wirken. Denn wie die Jahre davor wird es wieder eine herrliche Parade von altgedienten Boliden mit altgewordenen Fahrern am Steuer geben. Alles in Allem ist das Paket Formel 1 am Red Bull Ring eine echte Ausnahmeerscheinung im positiven Sinn, daher gilt das Wochenende als Pflichttermin für Benzin-Brüder, Tickets können noch erworben werden. Die Betonung liegt auf noch!

Grand Prix von Österreich
1.7. – 3.7.2016
Red Bull Ring / Spielberg

EVENT-WEBSITE: www.projekt-spielberg.com
TICKET-WEBSITE: www.gpticketshop.com

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