MOTOR

DTM IN SPIELBERG

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V8-Schreie in Spielberg

Ziemlich genau zur Saisonhälfte gastierte die DTM in Österreich, am Red Bull Ring in der wunderschönen Steiermark.

Spielberg war somit für drei Tage Schauplatz von spannenden Rennen mit hart geführten Duellen und jeder Menge Action, denn neben der deutschen Tourenwagenserie gingen auch die Boliden der Partnerserien FIA Formel 3, Porsche Carrera Cup Deutschland und des Audi Sport TT Cups im Rahmenprogramm an den Start. Das SCHICK-Magazin war am Sonntag vor Ort, um sich ein aktuelles Bild von der einst besten Tourenwagen-Serie der Welt zu machen.

Schon am Presse-Parkplatz konnten wir uns vom professionellen Umfeld, in dem diese Veranstaltung durchgeführt wurde, überzeugen, denn sobald wir unser Auto geparkt hatten, kam ein silberner Kleinbus angefahren. Der Fahrer stellte sich höflich vor und erklärte uns, dass es einen eigenen Shuttle-Dienst für Medienpartner gäbe. Das macht glücklich, wenn es wie aus Eimern regnet und der Parkplatz bereits mit knöcheltiefen Lacken bestückt ist. Im Media Center angekommen, lief ebenfalls alles perfekt organisiert und reibungslos ab. Daher großes Lob und Anerkennung aus redaktioneller Sicht an das Team des Red Bull Rings und die Organisatoren der DTM.

Die Location und die Rennstrecke könnten für ein Event dieser Art nicht perfekter sein. Zum einen ist der Ring selbst dank seiner attraktiven Streckenführung, seiner guten Überholmöglichkeiten und dem abwechslungsreichen Höhenprofil ein echter Leckerbissen für Motorsportfreunde. Zum anderen ist das Ambiente um das Renngeschehen selbst wohl durchdacht und hervorragend ausgestattet. Im Welcome Center befinden sich zahlreiche Ausstellungsstücke aus der Red Bull-eigenen Rennhistorie, vom Sauber F1 aus dem Jahr 1995 bis hin zu aktuellen Rennboliden kann einiges bestaunt werden. Die Besucher können sich im hauseigenen Fan-Shop mit Fan-Artikeln eindecken und ganz nebenbei bei einem guten Glas Wein oder einer Tasse Kaffee ein wenig fachsimpeln. Schon beim Durchschreiten des Eingangs spürt man eine Brise Motorsportfeeling.

So richtig in den Bann gezogen wurden wir dann erstmals, als die bärenstarken V8-Motoren der DTM-Fahrzeuge aufheulten. Das Qualifying zum zweiten Rennen stand an und die Autos gingen nach und nach auf die Strecke. Spätestens nachdem die ersten Renner auf der Start-/Zielgeraden mit einem Klang, der das Herz eines jeden Motorsportenthusiasten höher schlagen lässt, an uns vorbeizogen, war klar, dass hier viel mehr als erwartet geboten wird. Die Fahrer gingen trotz der schlechten Bedingungen an ihre Limits und peitschten ihre Arbeitsgeräte Runde um Runde durch die Wassermassen am Asphalt, ständig auf der Suche nach der Bestzeit. Das Publikum dankte es mit überglücklichen Gesichtern und begeisterten Blicken. Die Leute wurden wirklich belohnt für ihr Ausharren, teils unter freiem Himmel bei strömendem Regen. Selbst der fürstlich in einer Loge thronende Michael Douglas und seine Angetraute Catherine Zeta-Jones waren sichtlich angetan vom Geschehen auf der Strecke. Der guten Stimmung konnte selbst der Abbruch des zweiten an diesem Wochenende stattfindenden F3-Rennens nichts anhaben, und so warteten wir sowohl auf der Tribüne als auch, mit Fotoweste ausgestattet, an den Fotopunkten am Streckenrand auf den Beginn des zweiten Tourenwagen-Meisterschaftslaufs. Da dieser sich nach Mitteilung der Rennleitung aufgrund des schlechten Wetters zeitlich etwas nach hinten verschieben sollte, beschlossen wir spontan, eine Tour durch das Fahrerlager zu unternehmen. Auch dort war die Professionalität, mit der die Rennserie seit ihrer Neuaufstellung betrieben wird, deutlich zu merken. Motorhomes in einer Größe, wie man sie eigentlich nur aus der Königsklasse mit Nähmaschinen-Sound kennt, ließen die Paddock-Besucher staunen, und zahlreiche Prominente wie etwa Timo Scheiders zukünftiger Schwiegervater Hansi Hinterseer oder die im Audi TT Sport Cup als Gaststarter angetretenen Ski-Stars Marcel Hirscher, Aksel Lund Svindal sowie Felix Neureuther gaben sich publikumsnahe und erfüllten auch den einen oder anderen Autogrammwunsch. Den Teams der Partnerserien konnte man bei der Arbeit hinter der Boxengasse zusehen sowie die Technik von deren Rennwagen etwas genauer unter die Lupe nehmen. Jedem, der das Glück hatte, mit einem Paddock-Pass ausgestattet zu sein, war die Freude und die Aufregung anzusehen.

Schon bald nachdem wir die von uns ausgewählten Plätze an der Rennstrecke wieder eingenommen hatten, startete das Rennen und somit das sportliche Highlight des Tages. Zur Sicherheit wurde das Feld die ersten drei Runden vom Safety-Car angeführt, doch bereits im vierten Umlauf gab man grünes Licht und die Jagd auf den Schnellsten im Qualifying, Mattias Ekström, wurde eröffnet. Die Fahrer gaben sich keine Blöße und kämpften trotz der schwierigen Witterungsverhältnisse um jeden Zentimeter. Ekström, zweifacher Champion der Serie und einer der erfahrensten Piloten der DTM, hielt sich den ebenfalls sehr routinierten Gary Paffett gekonnt vom Leib und ließ kaum direkte Duelle zu. Paffett musste sich folglich mit seinem Mercedes hinter dem Audi von Ekström und vor dem Sieger des Samstagsrennens Edoardo Mortara einreihen und belegte den zweiten Platz. Österreichs Lokalmatador Lucas Auer belegte den hervorragenden siebten Platz. Ekström übernahm mit dem Sieg die Führung in der Meisterschaft und zeigte seine Freude darüber am Podium mit ausgiebigen Champagnerduschen für seine Konkurrenten.

Die Fans, zu denen mittlerweile auch wir gehörten, waren zwar nass, aber begeistert vom Rennverlauf und der Action, die geboten wurde. Das einstündige Rennen verging beinahe zu schnell. Doch das Rennwochenende hatte einen würdigen Abschluss gefunden, und so hieß es, sich auf die Heimreise zu begeben. Langsam aber doch begann der große Aufbruch. Und wieder machte sich die gute Planung der Spielberg-Crew bezahlt. Alles lief flüssig und ohne größere Verzögerungen ab. Dank der guten Verkehrsanbindung blieben die gefürchteten Abreise-Staus aus, und auch wir konnten nach einer kurzen Fahrt mit dem Shuttle-Bus zügig den Heimweg antreten.

Was von diesem Tag bleiben wird, sind großartige Erinnerungen und natürlich auch ebensolche Fotos von einem herausragend konzeptionierten Motorsport-Event. Die DTM gibt sich durchwegs publikumsnäher als andere Serien und übertrifft in Sachen Geräuschkulisse, Spannung und Action einige davon – Stichwort Königsklasse. Das Rahmenprogramm und der damit verbundene Spaßfaktor waren erstklassig. Red Bull hat bei der hauseigenen Rennstrecke alles richtig gemacht und keine Kosten und Mühen gescheut, um auch abseits der Formel 1 dem österreichischen Publikum Motorsport auf höchstem Niveau bieten zu können. In dieser Form wird Spielberg hoffentlich noch viele Jahre in den Rennkalendern der FIA erhalten bleiben. 2016 beehren die Superstars der MotoGP mit ihren Rennmaschinen den altehrwürdigen Ring in Zeltweg. Das nächste große Spektakel ist also absehbar, daher können wir nur raten: seien Sie dabei!

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