SCHICK

Ein Blick zurück in bester Auflösung

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Die Bioshock-Trilogie gilt als eines der innovativsten und schönsten Videospielkonzepte der jüngeren Zeit. Mit seiner ungewöhnlichen Storyline und spektakulären Designs gehört es zu den modernen Klassikern. Grund genug für 2K Games, mit einer Remastered-Version zurückzublicken.

Zugegeben, als vor neun Jahren der erste Teil von BioShock unter großem medialem Tamtam erschien (vorerst noch nur für PC und Xbox 360), war ich nicht besonders begeistert. Ein First Person-Shooter mit Rollenspiel-Elementen, der sich schwer an Film-Klassikern wie 20.000 Meilen unter dem Meer oder Mad Max bediente, das schien mir doch etwas zu plump. Jedoch mit der Zeit wurde mir nicht nur das sozial- und systemkritische Konzept, sondern auch das immens aufwändige Level- und Charakterdesign bewusst, und mit dem Erscheinen für die PS3 ein Jahr später schließlich war die anfängliche Skepsis der aufrichtigen Bewunderung gewichen. Nicht, dass es darauf angekommen wäre – BioShock wurde zu dem Zeitpunkt bereits von Fans und Kritikern gleichermaßen abgefeiert.

  Der zweite Teil ist ja bekanntlich immer der schwierigste, aber BioShock 2 setzte dank cleverem Timing des Releases zwei Jahre nach dem Original und zehn Jahre später in der Story-Timeline für PC, Xbox 360 und PS3 noch eines drauf und überzeugte abermals mit perfektem Handwerk hinsichtlich Technik und Script. Der Knalleffekt sollte aber erst drei weitere Jahre im Jahr 2013 folgen: mit BioShock Infinite beförderten die Entwickler das Spiel nicht nur aus der Wasserwelt von Rapture in die schwebende Stadt Columbia, sondern drehten die Zeit im Spiel gleich über 50 Jahre zurück, lösten sich etwas von der Ur-Story und machten sich die zu der Zeit extrem angesagte Steampunk-Thematik zunutze, um eines der besten Spiele aller Zeiten zu erschaffen. Ein in jeder Hinsicht nicht nur überraschender, sondern auch brillanter und perfekt umgesetzter Schachzug, vor dem man selbst als hartgesottener Zocker auch heute noch nur den Hut ziehen kann. Auch heute noch trage ich stolz mein BioShock Infinite-Shirt.

Speziell in den letzten zwei Jahren mehrten sich die Unkenrufe der Konsolen-Community, die sich zu der selbsternannten PC-Masterrace ein wenig im Hintertreffen sah; während aufgrund der prinzipiell ja sehr gut skalierenden Unreal Engine alle BioShock-Teile mit wachsender Hardware-Leistung auf PCs den Zahn der Zeit ganz gut verarbeiten und nach wie vor angemessen tollen Eyecandy liefern, sind die Konsolenversionen aufgrund der verwurzelten Xbox360/PS3-Limitierungen seit dem Erscheinen der New Generation dann doch etwas angestaubt – obwohl viele Zocker immer noch oder schon wieder die Saga rund um Little Sisters, Big Daddies und Booker gerne zeitgemäß erleben wollen. 2K liefert nun mit BioShock: The Collection eine Remastered-Version für PS4, Xbox One und abermals PC nach, die zeitgenössische Auflösungen und Framerates inklusive aller bisher erschienenen DLCs in ein günstiges Set packt.

Wer noch nie BioShock gespielt hat, wird der Serie ihre fast 10 Jahre nicht anmerken, so außergewöhnlich präsentiert sich nach wie vor Design und Konzept – dank modernem technischem Unterbau kaum von „echten“ neuen Releases zu unterscheiden. Und wer schon damals von der schier unendlichen Fantasie der Entwickler in ungläubiges Staunen versetzt wurde, kann dieses Gefühl nun nochmals durchleben. Eine klare Empfehlung für Veteranen, ein Pflichttitel für Neulinge. So muss Videospiel-Trilogie, Herrschaften!

 

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