COBYN

FALCO MUSSTE STERBEN UM ZU LEBEN

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Als Falco am 6. Februar 1998 von einem Bus zerquetscht wurde, war Hans Hölzel erst 41 Jahre alt und sofort Tod. Nun, er dürfte nicht ganz nüchtern gewesen sein, aber welcher Ausnahmekünstler schafft ein Leben ohne Drogen und Alkohol, vor allem wenn man schon mit 28 Jahren einen Welthit landet und ein paar Jahre später ein Kuckuckskind angedreht bekommt. Durchdrehen ist da ganz normal.

„Rock me Amadeus“ wurde von dem niederländischen Produzentenduo Rob und Ferdie Bolland komponiert, die den Text gemeinsam mit Falco schrieben. Der Falke war nach der Gruppe Kraftwerk mit ihrem Titel „Autobahn“ erst der zweite Künstler, der mit einem deutschen Text in die US-Charts gelangte.

Diese Nummer Eins in Amerika freute ihn, aber gleichzeitig verzweifelte er, da er wusste, ab nun würde er immer an diesem Erfolg gemessen. Die österreichische Musikneidgesellschaft wartete und freute sich, als seine nächsten Alben floppten.

Falco © SCHiCK Magazin/Manfred Cobyn

Als ich ihn das erste Mal persönlich sah, hatte er ein Cut am Auge, es war eine Veranstaltung, wo alle heimischen Musiker anwesend waren, von der EAV bis Reinhold Bilgeri. Als aber Falco den Raum betrat, richteten sich alle Augen nur auf ihn, wahrscheinlich knallte er in seinem Suff gegen eine Türe oder in eine Faust. Ich hab ihn gefragt, doch er war Falco und hat die Frage nur weggelächelt.

Als Falco war Hans Hölzel ein anderer Mensch, er trat in deutschen Talkshows auf und war einfach nur lächerlich und hat nichts kapiert. Er wollte cool sein, doch er war peinlich und durchschaubar. Als ich diese Auftritte im Fernsehen sah, hab ich mich fremdgeschämt und mich gefragt, welche Drogen da wieder im Spiel sind. Gewisse Substanzen verändern die Persönlichkeit und machen Abhängige schwierig.

Die nächste Begegnung mit dem Falken hatte ich im Jahr 1993, ich war bei der Kronenzeitung als Fotograf tätig und ein Kollege von mir sollte Falco fotografieren, doch der Musiker wollte sich nicht von ihm abbilden lassen und wurde nach Hause geschickt. Dann war ich an der Reihe, wir verstanden uns von Anfang an und Falco machte, was ich wollte. Einzige Bedingung war, dass ich nicht sein verkrüppeltes Ohr aufnehme und ich hielt mich an die Abmachung. Mein Foto, wo Falco in die Gitarre beißt, wurde eines seiner Lieblingsfotos.

Von dem Moment an hatte ich keine Schwierigkeiten mehr mit ihm, ich durfte ihn in allen Lebenslagen fotografieren und den Hans Hölzel kennenlernen, ein Privileg, das nicht allen Journalisten zu Teil geworden ist.

Falco © SCHiCK Magazin/Manfred Cobyn

Bei einem Pressetermin als der Sänger seine neue Freundin Caroline Perron, vorstellte, war Dieter Chmelar noch beim ORF und begehrte ein Interview. Falcos Antwort war kurz und prägnant: „Schleich dich Schneller“, gemeint hat er, den angeblichen Kokainkonsum von Journalisten, aber gerade Falco hatte kein Recht, andere zu denunzieren. Doch so funktioniert die Wiener Szene: zuerst Freunde, dann Wamser.

Es war schön, auch den Hans Hölzel zu treffen, ohne seinem alten Ego Falco, hinter dem er sich meistens versteckt hat.

„Wenn ich morgen meinem Gott gegenübertrete, kann ich ihm sagen, ich bin unschuldig. Ich habe niemandem was getan. Ich habe niemanden gelegt, Ich habe niemanden betrogen, ich habe niemandem wehgetan außer mir selbst, und das verzeiht er mir auch.“

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