KONZERT

Fluch der Karibik – nur ein „großes“ Kino

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Nach ersten positiven Konzerterlebnissen mit dem Format „Disney in Concert“ war die Erwartung für das gestrige Live-Konzert „Fluch der Karibik – Disney in Concert“ in der Wiener Stadthalle sehr hoch. Den Film hätte man sich jedoch auch gemütlich daheim auf der Couch ansehen können.

Verspochen wurde ein Live-Konzert und großes Kino die zu einem unvergesslichen Seeräubervergnügen verschmelzen. Vor allem der populäre Soundtrack von Hans Zimmer und Klaus Badelt, welche in die Filmmusikgeschichte einging und nun in der Stadthalle von über 100 Orchester- und Chormusikern live dargeboten wurde, sollte das Highlight des Abends sein. Ohne Moderation über die geniale Filmmusik oder die Besonderheiten, die ein Live-Konzert mit Orchester so mit sich bringen, startete der Abend mit Dirigent Gottfried Rabl und dem Janáček Philharmonic Orchestra.

In vorderster Front konnte man das Dirigat von Gottfried Rabl bewundern und es stellte sich die Frage, was wohl die Zahlen, die farbigen Balken und pulsierenden Kreise auf dem großen Monitor vor seinem Pult zu bedeuten und Funktionalität haben. Besondere Facts die für solch ein spezielles Event für das gesamte Publikum von Interesse hätte sein können, um den Abend mehr als Konzert anstatt eines riesen Kino-Events wahrzunehmen.

Doch dass der geniale Live-Soundtrack, bravourös von allen Mitwirkenden auf der Bühne umgesetzt, nicht die Besonderheit dieser „Konzert“-Veranstaltung wurde, erkannte man unter anderem an dem lauten und „hallig“ abgestimmten Filmsound und den planlosen Lichteffekten. Schnell geriet so die Musik leider in den Hintergrund, obwohl diese eigentlich als dramaturgisches Element im Gesamtkonzept eines Filmes zu betrachten ist.

Schade ebenso, dass es keinerlei Programmhefte gab in dem man mehr über das Projekt oder über den Dirigenten, Chor und Orchester hätte erfahren können. Dass sich doch der ein oder andere Besucher unter dem angekündigten „Live-Konzert“ etwas mehr erwartete, zeigte sich nach der kurzen Pause an den merklich leer gewordenen Sitzreihen.

SCHiCK-Fazit: Im Großen und Ganzen ein überdimensionales Kinoerlebnis ohne Konzertcharakter, aber dennoch beachtenswerte Leistung von Dirigent, Chor und Orchester die mehr Rampenlicht verdient hätten. Meine Erwartungen waren leider zu hoch!

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