KULTUR

HARTES RINGEN UM DEN GIPFEL DER GEFÜHLE

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Wie jedes Jahr wurde die Naturarena am Gipfel des Hundsteins im Salzburger Pinzgau Schauplatz des traditionellen Hundstoa- oder Jakobi Ranggelns.

Die Wurzeln des Events gehen zurück bis ins 14. Jahrhundert. Auch dieses Jahr zeigten 92 Bewerber, was in ihnen steckt, und begeisterten die ca. 2000 BesucherInnen mit knallharten Kämpfen auf 2117m Höhe. Im Jahr 2010 wurde das „Hundstoaranggeln“ ins UNESCO Verzeichnis der immateriellen nationalen Kulturerben aufgenommen.

Das Ranggeln gilt als die älteste Sportart im Alpenraum und ist mit dem Ringen vergleichbar. Ziel ist es, den Gegner mit beiden Schultern auf den Boden zu bringen. Ist das geschafft, gilt der Kampf als gewonnen. Als „Hogmoar“ wird jener Mann bezeichnet, der als Letzter den Ring verlässt. Der Titel bringt Triumph und Prestige für den Kämpfer und die gesamte Region, aus der er stammt. Früher war das Ranggeln jedoch mehr als nur Sport. Der Titel machte den Kämpfer zur höchsten Streitschlichtungsinstanz in Grundstücksangelegenheiten und anderen Konflikten.
Heute ist das Ranggeln nur mehr vereinzelt in Regionen Tirols, Südtirols, Salzburgs, Bayerns und der Schweiz zu finden. Wenige Kilometer von diesen Orten wissen vor allem junge Leute oft gar nicht, dass diese traditionelle Kampfsportart existiert.

Anders am Hundstoa: in den Klassenkämpfen nahmen Kämpfer aus Salzburg, Süd- und Osttirol sowie Bayern teil. Worum es an diesem Tag aber wirklich geht, ist der Titel des „Hundstoa-Hogmoar 2015“. An diesem Bewerb dürfen seit jeher nur Salzburger Ranggler teilnehmen. Wenig überraschend gelang es dem Favoriten Hermann Höllwart zum 3. Mal, den Titel zu erwerben, und so bleibt der Hundstoa das siebte Jahr in Folge fest in Taxenbacher Hand.

Überschattet wurde der Event von zwei Rettungshubschrauber-Einsätzen aufgrund schwerer Schulterverletzungen zweier Kämpfer. Einen Hubschraubereinsatz beim Hundstoaranggeln gab es seit den 80er Jahren nicht mehr. Den beiden Kämpfern geht es hoffentlich bald besser. Die Feierlaune im Statznerhaus, der Alm direkt am Schauplatz, schien jedenfalls bei reichlich Bier und Schnaps ungetrübt.

 

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