INTERVIEW

SCHiCK IM INTERVIEW MIT SERDAR SOMUNCU

Von  | 

Ein Künstler, der niemanden kalt lässt:

Serdar Somuncu

Er las unter Polizeischutz und mit kugelsicherer Weste aus Hitlers „Mein Kampf”, zitierte vor ehemaligen KZ-Häftlingen aus Goebbels Sportpalastrede, hackte auf der BILD-Zeitung herum oder trieb als Hassprediger sein Unwesen auf den Kabarettbühnen und Bildschirmen. Viele sehen in Somuncu einen Provokateur, der WDR nennt ihn „den Bullterrier des deutschen Kabaretts”. Seit knapp drei Jahrzehnten spuckt Serdar Somuncu nun schon Gift und Galle, und jeder, der ihn kennt, kann sicher sein: auch bei seiner Jubiläumstour 2015 wird’s kuschelig ungemütlich.

 

INTERVIEW MIT SERDAR SOMUNCU AM 10. JUNI 2015

schick: Welche bekannten österreichischen Kabarettisten fallen Ihnen ein? 
Serdar Somuncu: Haider, Hitler und Strache. Sie stehen exemplarisch dafür, wie man mit wenig Talent Massen begeistern kann. Bis heute die ultimative Erfolgsformel in der Unterhaltungsindustrie.

schick: Was halten Sie von dem bekannten Wiener Schmäh?  
Serdar Somuncu: Find ich leiwand, besonders beim Sex!

schick: In welchen Städten hatten Sie persönlich & auch Ihr Programm bis jetzt größte Zustimmung und wo eher Widerstand?
Serdar Somuncu: Es gibt keine Unterschiede. Überall, wo ich spiele, rasten die Leute aus.  

schick: Ihre Stücke sind sehr politisch, genossen Sie zu Hause sogenannte „politische Bildung“?
Serdar Somuncu: Bildung und Prügel waren mein kärglich Brot, mit dem ich mir auch heute noch das Leben erhalte.

schick:  Würden Sie jemals in die Politik einsteigen wollen, oder ist Sie Ihnen zu verhurt?
Serdar Somuncu: Verhurt ist erst einmal nicht schlecht. Aber zu teuer für zu wenig SpaßDas macht jeden Freier wütend. Da hole ich mir lieber einen runter.

schick: Haben/Hatten Sie politische Vorbilder, wenn ja, wer und warum?
Serdar Somuncu: Lugner ist für mich ein Vorbild. In dem Alter noch so kindisch zu sein ist eine große Kunst.  

schick: Was war Ihr Berufswunsch in Ihrer Kindheit?
Serdar Somuncu: Klassensprecher.

schick: Wer war Ihr künstlerischer Held? Kann auch eine Comicfigur sein.
Serdar Stomuncu: Batman of course!

schick: Dieter Nuhr darf sich seit neuestem auch Hassprediger nennen, was sagen Sie über das Urteil und über seine Programme?
Serdar Somuncu: Ich kommentiere sie nicht. Ich klage auch nicht. Ich lache höchstens darüber.

schick: Wie stehen Sie zu der aktuellen Medienlandschaft, wie sehr konsumieren Sie diese? Lesen Sie gerne Zeitung?
Serdar Somuncu: Ich bleibe kritisch, obwohl ich manches auch glaube. Die Krone ist für mich ein Indikatormedium. Ich lese entweder vieles ungern und weniges gern. 

schick: Sie hatten bei TvTotal 2013 einen sehr unterhaltsamen Auftritt, bei dem Sie Stefan Raab “überfielen. Wie sehr war es gespielt? 
Serdar Somuncu: Spielt das eine Rolle? Es war lustig. Das reicht. 

schick: Welche Sendungen im deutschsprachigen Raum gefallen Ihnen? 
Serdar Somuncu: Alles mit Dieter Bohlen, Bauer sucht Frau. Vermisst. Wer wird Millionär und Germanias next Topfloppmodel.

schick: Werden Sie in naher Zukunft wieder ein Musik-Album aufnehmen bzw. kommt von Ihnen ein Buch auf den Markt?
Serdar Somuncu: Eins nach dem anderen. Erstmal muss Österreich eingetütet werden, dann kann man wieder an Kunst denken. 

Homepage: www.somuncu.de
Facebook: www.facebook.com/serdarsomuncu

Serdar Somuncu Live in Österreich

11.06. Klagenfurt – Alpen-Adria-Universität
12.06. Graz – Orpheum
13.06. Wien – Stadtsaal
14.06. Wien – Stadtsaal

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