KONZERT

James Morrison’s groovige Raucherstimme

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Nach einer vierjährigen Abstinenz durfte das Wiener Publikum gestern den rockig-souligen Bluessänger in der Gasometer-Konzerthalle willkommen heißen. In seinem Koffer mit dabei seine neue Platte „Higher Than Here“, dessen Lieder er mit seiner verrauchten, gefühlvollen Stimme grandios zum Besten gab.

Zunächst in der Stadthalle geplant, wurde das Konzert letztendlich in die Gasometer Bank Austria Halle verlegt. Eine unangenehme Leere breitet sich traurigerweise zu Beginn aus. Der Support-Act Kelvin Jones weiht die Bühne auf sich alleine gestellt ein. Nur mit seiner Gitarre in der Hand tritt er vor das magere Publikum. Kurzzeitig hätte Fan denken können, Jaleel White („Alle unter einem Dach“) steht oben und performt ein Cover nach dem anderen. Die Menge kann seine Ungeduld nicht länger verbergen, denn Kelvin legt mit seiner außergewöhnlich coolen Stimme eine hohe Messlatte für den kommenden Haupt-Act. Kurz bevor er das Mikrofon abgibt, passiert es plötzlich, ein Fauxpas, das den Alptraum jedes Künstlers darstellt – die Techniker verpassen ihren Einsatz. Der 21-jährige Künstler wechselt seine Gitarre, jedoch Musik und Stimme laufen ohne ihn weiter. Um den Fehler auszugleichen, versucht der Sänger lauthals mit seiner eigenen Stimme  weiterzusingen, um die Zuschauer von seinem Können zu überzeugen.

Kurz nach 21:00 Uhr, fast pünktlich, betritt James Morrison mitsamt seines Orgelspielers, Bassisten, Keyborder, Gitarristen und seinen zwei Backgroundsängerinnen die Bühne. Es scheint, als fülle sich der Saal schleppend, fast alle Sitzplätze in der Loge oben sind besetzt, während unten bei den Stehplätzen genügend Lücken geboten werden, ohne Schubserei und Gedränge. Das Set wird, passend zur tobenden Menge, mit „Under the Influence“ begonnen. Die glitzernden, glänzenden, violett-roten Lichter und der dazugehörige Kunstnebel lassen die Bühne in eine schöne, gartenfestmäßige Fantasiewelt verwandeln. Der schmächtige Mann mit der scheinbar unendlichen Power überträgt seine Leidenschaft Lied für Lied auf seine Fans. Dritter Song „I won´t let you go“, spätestens jetzt sieht man an jeder Ecke ein knutschendes oder händchenhaltendes Pärchen. Auch das gute, alte Feuerzeug wird dabei durch die Lampenfunktion des Handys ersetzt. Mittlerweile ist die Halle circa bis zur Hälfte voll. Alter und Geschlecht der Zuhörer ist bunt gemischt, vom Kind bis zum Pensionisten ist alles vertreten. Morrison’s professionelle Band spielt abwechselnd ein Solo, ohne jedoch dem Hauptstar die

Show zu stehlen – wobei der Keyborder äußerlich Potential gehabt hätte, dem Gekicher der Fans zu urteilen.  Bei „Demons“ kann keiner mehr stillhalten. Der heulende Gitarrensound und die hallenden Instrumente ergreifen jede einzelne Reihe und sogar die Sitzplätze werden ignoriert.  Zwischen seinen einzelnen Tracks erzählt James einige Anekdoten über den Ursprung seiner Lieder und sorgt für den einen oder anderen Lacher. Nelly Furtado’s Stimme ersetzt der Sänger bei „Broken Strings“ im Falsettgesang mit seinem einzigartigen Gesangsregister, neben ihm stehen dabei nur noch sein Gitarrist und sein Keyborder. Von einem schüchternen, ruhigen Morrison, den er vorgibt, früher gewesen zu sein („At the beginning I didn´t talk much“), ist keine Spur mehr vorhanden. Flirtend, lächelnd und charmant erzählt der Draufgänger von „Wonderful World“ , was er für einen taubstummen Busfahrer geschrieben hat, der es letztendlich leider nie hören wird. „Something Right“ – etwas Richtiges hat er gemacht, indem er eine hübsche Tochter mit seiner langjährigen Freundin geschaffen hat.

Zu guter Letzt erschien ihm Michael Jackson’s Geist frühmorgens bei der Schöpfung von „Slave to the Music“, oder war es doch der Alkohol, der ihm riet, ein rhythmisches Tanzlied zu schreiben. Seine Zugabe war gegen Ende auf sein 2006 erschienenes Album „Undiscovered“ ausgerichtet. Im „purple“ Scheinwerferlicht performt der Protagonist zunächst sein allererstes veröffentlichtes Lied, als er noch ein unbekannter kleiner Fisch war, „Undiscovered“ und gleich darauf „You give me Something“. Ob die Farbenspiele eine Anspielung auf den kürzlich verstorbenen Prince sein sollten, sei dahingestellt.
Alles in allem war es ein großartiges Konzert mit atemberaubender Lichtershow und überraschenderweise einer eher rocklastigen Performance. Mit der Vorstellung, nur Schnulzen zu hören, ging ich hin, mit einem glücklichen, erfreuten Gefühl, einem talentierten Star beigewohnt zu haben, verließ ich das Gasometer.

KÜNSTLER WEBSITE: www.jamesmorrisonmusic.com
FACEBOOK: facebook.com/jamesmorrison
LOCATION-WEBSITE: planet-music-gasometer-halle

TOURDATEN:
29.05 Perranporth, United Kingdom
26.04 Milan, Italy
04.06 Vaud, Switzerland
09.06 Hamburg, Germany
11.06 Landgraaf, Netherlands
15.06 Rome, Italy
17.06 Barcelona, Spain
08.07 Cupar, United Kingdom
10.07 Chipping Norton, United Kingdom
12.07 London, United Kingdom
15.07 Aarhus, Denmark
17.07 Reykjavik, Iceland
23.07 Kildare, Ireland
30.07 Chester, United Kingdom
06.08 Zambujeira, Portugal
12.08 Schaffhausen, Switzerland
14.08 Zofingen, Switzerland
01.08 Rottweil, Germany
20.08 Chelford, United Kingdom
21.08 Staffordshire, United Kingdom

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13 Comments

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