BÜHNE

Junge Helden: Ein hochexplosiver Generationskonflikt

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Charmant und gutgelaunt begrüßt uns der Jungregisseur RICHARD PANZENBÖCK an der Kassa des kleinen aber feinen Wiener SCHUBERTTHEATERS. Man kümmert sich hier noch um jeden Gast, wenngleich es auch nicht viele sind.

Zu Beginn der Vorstellung prasseln gleich einmal lautstark diverse Medienberichterstattungen auf einen ein, durchzogen mit dem durchdringenden Miauen einer rolligen Katze. Die Bilder teilen sich wie eine frisch befruchtete Eizelle. Kurz bevor man glaubt, man säße in der Hauptzentrale der NSA, erscheint auf der Leinwand ein vertrautes Gesicht: FLORIAN TEICHTMEISTER, der Nachrichtensprecher. Jener, der uns, ganz in Roman Rafreider-Manier, souverän die politisch tagesaktuellen Geschehnisse präsentiert und mit einem angedachten Schmunzeln unsere zwei Hauptprotagonisten ins Spiel bringt. Das wären zum einen der rebellisch subversive David, aka SPIDERMAN (feurig explosiv: TONY MAROSSEK), sowie seine manisch kettenrauchende Schwester Judith, aka CATWOMAN (CLAUDIA KAINBERGER). Ein genervtes Geschwisterpaar aus bürgerlichem Spießerhaus. Die Mutter, Doris, (CHRISTINA LAAS) stets bemüht, verständnisvoll zu sein. Die alles zigmal hinterfragt, die Sätze aber nie zu Ende spricht. Die ihre Kinder, besonders aber Tochter Judith, förmlich mit ihrer Liebe erwürgt. Der klischeehafte Bilderbuchvater, Wolfgang, (DOMINIK KASCHKE), der nach der Arbeit lieber in die Badewanne steigt als sich mit den ernsten Familienproblemen zu befassen. Kurz feiert man aber doch die erfolgreich bestandene Prüfung des Filius.

Schnell wird klar: in diesem Hause stimmt es schon lange vorne und hinten nicht mehr. Die Therapie der Kinder scheint offensichtlich nicht mehr anzuschlagen. Die Wut und der Frust sind einfach zu groß. Ein soziales Netzwerk und Freunde sind kaum vorhanden. Wo doch das Netzwerk das Um und Auf in unserer Gesellschaft ist. Um dieser scheinheiligen, sich immer repetierenden Familienharmonie zu entgehen, flüchten die Geschwister in ihre eigene Heldenwelt. Dort sind sie stark, dort können sie etwas bewegen. Zumindest der Enge, die ihnen die Luft zum Atmen nimmt. Der innerliche Druck wird mittels Bomben in diversen Einkaufszentren gemildert. Man muss ja Dampf ablassen um nicht selbst zu explodieren. Oder zu implodieren, wie es David nennt. Inwiefern diese Bomben in der Realität hochgehen, bleibt erstmal der Fantasie überlassen.

Die „Geschwisterliebe“ scheint jedoch zu brechen, als Judith´s neuer Freund, PAUL (RAFAEL WIESER) in die „Ménage à Deux“ stößt. Paul, ein gutsituierter, stets grinsender Jungbanker, der selbstbewusst genug ist, um David die Stirn bieten zu können. Den Judith liebt, obwohl der Sex gar nicht so prickelnd ist. Denn Judith liebt zu schnell. Zu leidenschaftlich. Und Paul genießt das wohl. Ein Beziehungsende akzeptiert er nicht, nicht ohne sich zuvor noch einen blasen zu lassen. Und zahlt dafür mit seinem Leben. Kain (David), der seinen „Bruder“ Abel (Paul) ermordet. Den Freund, der ihn verraten hat. Aus Wut, aus Frust. Auch auf die Spießereltern, die sich nach all der Aufregung eine kleine Auszeit in der Therme gönnen. Ob SPIDERMAN und CATWOMAN nun diese besagte Therme wirklich in die Luft sprengen, bleibt offen. Auch Dank der mittlerweile in die Absurdität abdriftenden Nachrichtenberichterstattung (komisch absurd: Florian Teichtmeister).

FAZIT: Ein wunderbar eingespieltes Jungensemble, wo auch zwei junge Akteure als Mittvierziger überzeugen. Wo man den angestauten Frust der Jugend bestens nachvollziehen kann. Ein durchgehend spannungsgeladener Hauptdarsteller (TONY MAROSSEK), dessen Wut und Weltschmerz sich in tränengefüllten Augen wiederspiegeln. Eine wunderbar manische Tochter (CLAUDIA KAINBERGER), die zwar die Liebe der Mutter verschmäht, sich dennoch viel zu schnell verliebt. Und raucht, als gäbe es kein Morgen. RAFAEL WIESER, bestens besetzt als überheblich grinsender Banker PAUL. Der Schlussapplaus tat mir im Herzen weh. Fünf wirklich talentierte, engagierte Menschen, die mit dieser Performance eigentlich locker ein großes Theaterhaus füllen könnten. Und den Applaus bekommen würden, den sie verdienen.

KRITIK: Einzig und alleine an der Länge des Stückes hätte man noch etwas feilen können, hie und da ein paar Passagen kürzen. Ansonsten einwandfreies Profitheater.

 

WEITERE VORSTELLUNGEN
24./25./26./27./28.02.2017
19:30 Uhr

Wir weisen darauf hin, dass aus künstlerischen Gründen auf der Bühne geraucht wird.

BESETZUNG
David/Spiderman: Tony Marossek
Judith/Catwoman: Claudia Kainberger
Doris: Christina Laas
Wolfgang: Dominik Kaschke
Paul: Rafael Wieser
Nachrichtensprecher: Florian Teichtmeister

KREATIVTEAM
Regie: Richard Panzenböck
Dramaturgie: Leonie Seibold, Sebastian von Lagiewski
Puppenbau: Richard Panzenböck, Bettina Franz
Bühne: Felix Metzner
Kostüm: Leonie Seibold
Sounddesign: Felipe Duque
Licht: Simon Meusburger
Assistenz: Bettina Franz

WEBSITE: piupiu6.wixsite.com
FACEBOOK: facebook.com/Helden

SCHUBERT THEATER
Währingerstrasse 46, 1090 Wien
schuberttheater.at

(VERLOSUNG ABGELAUFEN)

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2×2 Karten für die letzte Vorstellung von „Helden“ am 28.2.2017 

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