COBYN

MY MIDDLE FINGER LIKES YOU

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An einem lauen Sommerabend bewegte ich mich nach Hause, es war schon 22:15 Uhr, ich war müde vom Tagwerk. Meinen Weg kreuzte eine McDonald’s Filiale und mir fiel ein, ich hatte noch nichts gegessen.

Also bestellte ich mir einen Grand Royal, ein Burger mit Rindfleisch, frischen Tomaten, Zwiebel und einem grünen Salatblatt, aufgepeppt mit einer Sauce, nicht zu sauer.

Manchmal sind mir Kalorien egal und ich stehe auf das Zeug, obwohl es € 4,49 kostet. Ich kramte einen 50€-Schein aus meiner Hosentasche und bezahlte. Der Burgerverkäufer rundete meine Mahlzeit auf einen Betrag zu seinen Gunsten auf und mir fehlte ein Cent beim Wechselgeld. Keine große Summe, doch bei einem Konzern wie McDonald’s, der locker an die 27 Milliarden Dollar im Jahr umsetzt, bin ich etwas kleinlich, und ein Cent ist ein Cent und diesen reklamierte ich.

© Manfred Cobyn0079

Der Konzern wird beschuldigt, mit gewissen Steuertricks in Europa über eine Milliarde Euro am Fiskus vorbei zu schummeln. Man bedenke 1.000.000.000, eine schöne, runde Summe mit neun Nullen. Andererseits unterstützt die Burgerbude Familien mit schwer kranken Kindern – sehr löblich – und in jeder Filiale steht eine Geldbox, die der Gast mit Kleingeld füttern kann. „Ihre Spende schenkt Nähe!“. 3.000.000 € haben die Big Mac-Fans 2014 gespendet und die Franchise-Nehmer selber geben auch für die gute Sache, ob das im Kleingedruckten ihres Vertrages mit McDonald’s verankert ist, ist mir nicht bekannt, Hauptsache sie geben.

© Manfred Cobyn0077
Essen für den guten Zweck

Allerdings, wenn ich mir mal so nebenbei eine eingesparte Milliarde unters Kopfkissen legen könnte, wäre Helfen wohl selbstverständlich, es ist einfach schamlos, derartige Summen zu besitzen, und zutiefst unmoralisch noch dazu. Wahrscheinlich wird eher Graf Dracula Veganer, als dass ein Reicher nicht noch reicher werden möchte.

Aber zurück zu meinem Abendessen, der Verkäufer wollte meinen Cent behalten, ich war damit nicht einverstanden. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich vom gelangweilten Lächeln zu einem genervten, und anstatt die Kassa zu öffnen, kramte er in der Spendendose!!! und gab mir meine Münze.

Ich nahm das Geldstück und steckte es wieder dort hinein, woher es kam.

Manfred Cobyn

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