LEBENSART

SCHiCK REISEN: „MYSTHISCHES RHODOS“

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RHODOS, die Insel des Sonnengottes Helios

Es gibt ein griechisches Sprichwort: „Kommst du einmal nach Rhodos, willst du nie wieder fort!“  SCHiCK Redakteurin Hillevi Hofmann hat für euch die wohl schönste der griechischen Inseln besucht und berichtet über den unvergleichlichen Zauber dieses ägäischen Insel-Paradieses.

Zugegeben: Griechenland ist immer eine Reise wert. Strahlend weiße Häuser, tiefblaues Meer, Sirtaki getränkte Luft und ein latent sonniges Lebensgefühl wie in „Mamma Mia„. Doch Rhodos, das ist irgendwie anders. Mystisch, lebendig und voller Zauber. Rhodos bedeutet übersetzt „Wo Rosen blühen„. Alleine der Name bürgt für Romantik. Und das sage ich nicht nur als Frau, die quasi in DER Stadt der Kaffeehaus-und U-Bahn-Grantler lebt. Hier lebt man noch Herzlichkeit. Hier gibt es kaum schlechte Laune. Der Anflug über das Meer allein sorgt schon für perfekte Urlaubs-Einstimmung. 

Rhodos soll der Mythologie nach aus dem Meer heraus entstanden sein. Zeus teilte Griechenland zwischen den einzelnen Göttern auf. Helios – der Sonnengott wurde dabei jedoch vergessen. Als Helios das erfuhr, bat er den Göttervater um eine ganz bestimmte Insel, die er im Vorbeiflug einmal gesehen hatte. Zeus schenkte sie ihm und er nannte sie „Rhodos“, nach seiner Angebeteten, einer Nymphe mit Namen Rhode (Tochter des Podeidon). Die persönliche Insel des Sonnengottes schenkt seinen Besuchern auch heute noch ca. 300 Sonnentage im Jahr. Aber was genau macht Rhodos so einmalig? Ich versuche es einmal in Form eines kleinen Reisetagebuchs: 

TAG 1:
1965 landete hier der erste Passagierjet, eine Maschine aus Schweden. Wie passend! Nach einem ziemlich holprigen und viel zu frühen Flug (4:35) lande ich also als semi-schwedische Wienerin am Flughafen Diagoras, dem mittlerweile einzigen Flughafen der Insel (der alte Flughafen hieß Maritsa). Alleine, weil ja ein Single-Urlaub der Erholung dienen soll. Nachdem wir Urlaubshungrigen Menschen den Flug „Zeus sei Dank“ überlebt haben, geht es mit einem Transfer-Shuttle auch schon los ins zirka eine Stunde entfernte Hotel Coralli Apartments in Pefkos (im Süden der Insel, zwischen Lindos und Lardos). Mit mir im Auto sitzt eine unglaublich sympathische, junge Wienerin. Vom ersten Augenblick eine Verbundenheit, Dankbarkeit, nun doch nicht so ganz alleine die Woche durchstehen zu müssen. 

Als wir schließlich im Hotel landen, trifft es mich wie ein Blitz. Diese Schönheit, diese Liebe zum Detail, dieser Ausblick aufs Meer. Ich war sofort verliebt. Tsambika, die wundervolle Chefin des Hotel Coralli strahlte vom ersten Moment eine Herzlichkeit aus, die mich beinahe umgehaut hätte. Meine neu gewonnene Freundin und ich setzen uns an den Pool, trinken Café und Orangensaft und kommen ins Plaudern – als wären wir seit Kindertagen befreundet. Komisch, hat man sich doch eben erst kennengelernt. „Irgendwas ist hier anders“, denke ich mir und schaue zutiefst glücklich auf den einladenden Hotelpool mit Palmen- und Meerblick. 

Nachdem ich diese beinahe kitschig schöne Atmosphäre akribisch in mir aufgesaugt habe, sind die Zimmer etwas ernüchternd. Nicht weiter tragisch für mich. „Ich bin ja nur zum Schlafen hier“, denke ich mir und machte mich auf den Weg, das Hotel und den nächstgelegenen Ort (Pefkos = kleine Pinie) zu erkunden. Vorsaison, ganz vergessen. Pefkos gleicht an diesem Tag einer Geisterstadt. Nichts, aber wirklich gar nichts hat offen, abgesehen von einer kleinen Bakery. Es wirkt beinahe bizarr. Am Strand entlang mache ich mich auf den Weg zurück ins Hotel. Ich spüre wie meine Haut rot wird. 

Nach einem erfrischenden Besuch des doch kühler als erwarteten Hotelpools und Meeres ziehe ich mein frisch erstandenes griechisches Kleidchen aus dem hoteleigenen Supermarkt an und treffe meine neue Freundin im Restaurant. Wir bekommen eine Speisekarte, die uns komplett überfordert. So verdammt viel Auswahl. Wie soll sich eine Waage da entscheiden können? Wir möchten uns am liebsten durch die gesamte Speisekarte fressen, entscheiden uns dann aber dezent für Tsatziki, eine Griechische Platte (bestehend aus Moussaka, Feta, Oliven, Lammfleisch, gefüllten Paprika und einem leckeren warmen Bohneneintopf), Fetabrot und Wein. Ein Kellner, gleich einem griechischen Gott, serviert charmant das wohl beste Essen meines Leben. Nie zuvor ein derart wohlschmeckendes, gut gewürztes, perfekt überbackenes, überhaupt nicht fettiges Moussaka gegessen. Man schmeckt neben Rosmarin und Thymian auch Lavendel heraus. Das Lammfleisch zerfällt im Mund und verspricht einen Geschmacks-Orgasmus à la „Harry und Sally“.

Wie es sich für brave „lazy tourists“ (der „Running Gag“ des Hotels) gehört,  trinken wir weiter brav griechischen Wein, verlieben uns immer mehr in das warme und freundliche Umfeld. Ein tief-sonoriger Grieche verspricht uns für den zweiten und dritten Tag ein Mietauto. Wir wollen mehr sehen. Viel mehr.

TAG 2:
So geht es am nächsten Tag erstmal nach Lindos, der unbestritten schönsten Stadt der Insel, gleichzeitig auch eine der Frequentiertesten (Die Akropolis von Lindos ist nach der Athener Akropolis die zweitgrößte Touristenattraktion des Landes). Eine Stadt wie aus dem Film. Verschlungene kleine Gassen mit pittoresken weißen Häusern, geschmückt mit Laternen und Rosenblüten. Das Essen ist auch hier wunderbar, der Blick auf die nächtliche Akropolis atemberaubend, der fangfrische Fisch perfekt zubereitet, die Leute stets lachend und gutgelaunt. Empfehlenswert sind hier u.a. das Restaurant „Dionysos“ und „Lindos Restaurant„. Beide haben mehrere Dachterrassen mit Blick auf den Ort und die Akropolis.

Als bekennender Katzenliebhaber ist diese Stadt wie gemacht für mich: an jeder Ecke wimmelt es von kleinen Fellnasen. Zurück im Hotel habe ich längst genug griechischen Wein intus, um mich auf die angenehm „flirty“ Art der Griechen, Albaner und Engländer, von denen es hier reichlich gibt, einzulassen.

Zum ersten mal kommt mir der Gedanke: „Ich will hier nie wieder weg!“. Der ohnehin schon perfekte Abend wird sogar noch mit einem Kuss abgerundet. Ich schlafe in dieser Nacht wie ein Baby.

TAG 3:
Am Morgen freue ich mich auf das fantastische Frühstück. Ich kann mich nicht entscheiden zwischen Griechischem Frühstück (mit 2 Spiegeleiern, Feta Käse, Oliven, Gemüse und Olivenbrot) und Omlette (das beste meines Lebens!), beides schmeckt einfach zu gut. Vormittags geht es dann mit dem Mietauto auch schon nach Rhodos Stadt. Eine Stadt, dessen historischer Kern mit seinem Großmeisterpalast und den imposanten Stadtmauern von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Nirgendwo auf der Welt sind die Menschen so freundlich und offen- abgesehen von unserem Hotel natürlich!  Eine ältere Frau lernt mir in einem kleinen Laden Sirtaki (obwohl die echten Griechen diesem „Alexis-Zorbas-Zauber“ bis heute nicht wirklich trauen!). 

Als wir das süße, kleine Geschäft verlassen meint die Dame zu mir: „Kommt man einmal nach Rhodos, kommt man immer wieder!“. Wie recht diese Frau doch hat. Mein Herz wird warm, noch wärmer als es ohnehin schon ist, ganz zu schweigen von meiner Haut. Meine neue Freundin und ich sind uns einig: Wir wollen hier nicht mehr weg. Ich freue mich aufs Hotel. Die Nacht wird lang. Sehr lang. 

TAG 4:
Der erste Gedanke am Morgen war – wie kann es anders sein – erneut: „Ich will hier verdammt noch mal nie mehr weg!“. Strahlend blauer Himmel, ein angenehmer Wind und überall griechische Musik. Meine sonnenverbrannte Haut sehnt sich nach Abkühlung im Meer. Plötzlich bekomme ich das Gefühl, der Boden des Meeres gibt mir Wurzeln, hält mich fest und will mir sagen: „Geh nicht wieder fort!“. Ich beginne zu weinen, vor Glück. Die Schönheit der Insel hat mich erobert, mit Haut und Haar – vor allem aber mein Herz. Ich fühle mich erstmals zu Hause. Auch wenn ich mir sicher bin, dass das alles hier nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Hier liegt einfach zu viel Mystik drinnen. 

TAG 5:
Am nächsten Abend passiert, was (bei einem perfekten Urlaub) passieren muss: Ein griechisches Drama. Zwei Boys streiten sich wegen mir. Der eine hat mein Herz längst erobert, der andere: nett, aber nicht mein Typ. 1:0 für den jungen, griechischen Gott. Meine Freundin ist begeistert, ich mehr als gerührt. Fühle mich schon beinahe wie eine kleine griechischen Göttin. Schaue aufs nächtliche Meer, den Mond und die Sterne  und denke mir,….genau! Das gute Essen, der süße Wein und die frische Meeresbrise machen mich schläfrig.

TAG 6:
Wir erkunden weiter die Insel, darunter auch Lardos und hauptsächlich die schönen Strände und Menschen. Das Meer ist an diesem Tag eiskalt, der Wind fegt orkanartig über das Land. Mich friert, obwohl mir eigentlich nie kalt ist. Wohl zu viel Sonne am Vortag abgekommen. (Gut einschmieren, auch wenn der Wind weht ist die Sonne extrem stark!) Mein Herz wird schwer beim Gedanken, wieder abreisen zu müssen. Die Insel gibt noch einmal alles her: Das Meer glitzert beinahe wie Diamantenstaub aus einem Walt Disney-Schinken, die Sonne wärmt mich wie eine liebevolle Mutter, (ja, jetzt wird es ausreichend kitschig!), das Meer gibt mir Halt und die Möwen schreien im Wind. Musik mischt sich mit lebensfrohem Gelächter der Mitarbeiter. Wahnsinn eigentlich, dass es so etwas Schönes gibt. Ganze zwei Stunden von Wien entfernt! Da fahr ich ja länger nach Klagenfurt. 

TAG 7:
Den letzten Tag genieße ich als wäre es mein letzter auf Erden. Ich fühle mich wie ein „Strassberg-Schüler“, der versucht jeden Moment in sich aufzusaugen. Den Duft der Insel, die Menschen, das Meer, die Schönheit der Natur – einfach alles. Viel mehr gäbe es noch zu sehen, zu erleben. Meine Freundin macht sich noch einmal auf den Weg, den Südteil der Insel samt Auto zu erkunden. Bei ihrer Rückkehr bestätigt sie, dass die schönsten Strände eindeutig Lindos Beach und unser Hotelstrand sind. Ich bin zufrieden, bleibe ewig am Pool und sehe wie Helios langsam die helle Kugel hinter den Bergen verschwinden lässt. 

Die letzte Nacht wird tränenreich, schön und zutiefst romantisch. Ich komme mir vor wie in einem 50er-Jahre-Liebesfilm.

Der Abschied um 5:00 früh schmerzt. Viel mehr als gewöhnlich. Nicht nur von diesem griechischen Gott. Eine letzte Umarmung, ein letzter Kuss, ein letztes „Goodbye„. Ich sitze im Taxi Richtung Flughafen und bin wie versteinert. Beim Check-In fragt mich die nette Dame am Schalter fast nebenbei „Verliebt?“. Ich sage „Ja, sehr!“. Sie erzählt uns, sie kam vor rund 14 Jahren nach Rhodos auf Urlaub und wollte nie wieder weg. Seither lebt sie hier und ist glücklich mit ihrer damaligen Urlaubsbekanntschaft. Ich heule Rotz und Wasser. Sie sagt, es war die beste Entscheidung ihres Lebens. „Na mal sehen“, denke ich mir. Immerhin lebe ich ja in der lebenswertesten Stadt der Welt. 

Meine Ratio gewinnt, ich steige tatsächlich in den Flieger und höre Dean MartinsAmore“ im Repeat-Modus, als ich die Insel von oben vorbeiziehen sehe. Diese Schönheit. Dieser Zauber. Ich will nicht zurück nach Wien. Aber: Ich habe natürlich schon längst wieder gebucht. 😉

Es gibt ein griechisches Sprichwort: „Kommst du einmal nach Rhodos, kommst du immer wieder!“. Wort gehalten, liebe Insel.

 

 

 

 

 

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1 Comment

  1. Indiscreto

    28. April 2018 at 00:07

    Danke liebe Hillevi Hofmann! cheap custom essays

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