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NIEMAND – DIE JOSEFSTADT ALS MIETSHAUS

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Der gute Edmund Josef, kurz Ödön von Horváth war schon ein genialer Bursche, mit 23 Jahren schrieb er NIEMAND, ein zunächst verschollenes Theaterstück, das erst wieder 2005 sehr dubiös auftauchte, schlussendlich relativ billig versteigert wurde, da es nur einen Bieter gab. Wieder geht es in typischer Horvathmanier um Menschen, die ihr Glück suchen, aber vom Leben ziemlich verarscht werden. Das kurze Glück verpufft in Blech und Tod, Gold ist nicht Gold, die Liebe versickert im Theaterboden.

Kammerschauspieler Herbert Föttinger durfte Regie führen, beim neuen Horvathstück, immerhin handelt es sich um eine Weltpremiere. Seine Nervosität war nicht gespielt, als ich ihn zum Fototermin bat „Fotografieren Sie doch die Schauspieler“. Ich fotografierte die Schauspieler bei der Generalprobe und seine Inszenierung gefiel mir. Gespannt war ich auf das Bühnenbild und Bühnenbildner Walter Vogelweider gelang es, ein mehrstöckiges Zinshaus der 30iger Jahre in die „Josefstadt“ zu zaubern. Das Haus dreht und bewegt sich in sieben Bildern. Im Erdgeschoss wohnt Dirne Gilda und neben ihr ist ein Wirtshaus untergebracht, das man allerdings nicht als solches erkennt. Mit Licht kann man so herrliche Sachen zaubern, doch ich vermisse die Lichtzauberei, es wirkt eher plump und lieblos. An Scheinwerfern mangelt es im Theater nicht. Etliche Logen sind vollgeräumt mit Lampen, links und rechts. Nun, es sind alte Lampen und sicher teuer im Verbrauch, vor allem werden die immer so heiß. Früher oder später könnte man ja auch auf LED umstellen, aber ich habe keine Ahnung, was Umrüstung kostet, oder eventuell auch bringt. Man könnte ja die Gemeinde Wien fragen.

Florian Teichtmeister spielt Fürchtegott Lehmann, einen Geizkragen, als ich mir das Stück vor der Premiere ansah, bekam er Szenenhurra von Regisseur Föttinger, hatte ich was versäumt? Gerti Drassl mag ich einfach und sie glänzt im Theater, die Scheinwerfer meine ich jetzt nicht. Marianne Nentwich ist auch zu sehen, ganz kurz. Wie auch die 21 jährige Josephine Bloéb, die ihr Schauspielstudium am Max Reinhardt-Seminar in Wien heuer beendet. Leicht ist das Studium nicht.

Herbert Föttinger

Herbert Föttinger

Fast zwei Stunden eintauchen in Horvaths Welt, die auch in die heutige Zeit passt, „Gott ist Niemand“, aber eigentlich sind wir Niemand und ich bin niemand, der das Stück schlecht reden möchte, bin aber schon gespannt, wie sich andere Regisseure dem Stück annähern.

Ödön von Horváth etabliert in „Niemand“ bereits erkennbar stilistische und thematische Elemente seiner späteren Werke. „Niemand“ – das ist bei Horvath die höchste Gewalt, das erbarmungslose Schicksal – oder einfach: Gott. Ja, dieser „Niemand“ zwingt seine Figuren in eine Existenz hinein, die ihren unentrinnbaren Verlauf nimmt. Wie austauschbar hierbei der oder die Einzelne ist, versinnbildlicht Horváth durch gespiegelte Charaktere: Zwanghaft wiederholt sich das Schicksal. Wenn eine Prostituierte wegen Raubmordes verhaftet wird, steht schon die Nächste vor der Tür und will die frei gewordene Wohnung beziehen – und trägt ironischerweise sogar den gleichen Vornamen wie die soeben Gefasste.

Niemand – eine Entdeckung: Die Spur reicht zurück bis in die Mitte der neunziger Jahre. Damals tauchte das unscheinbare Typoskript bei einem Auktionshaus in Pforzheim auf. Der Preis war gering, es gab nur einen einzigen Bieter. Niemand außer ihm schien bemerkt zu haben, dass es sich bei dem Typoskript um ein unbekanntes Stück des Dramatikers Ödön von Horváth handelte. Niemand kannte den Inhalt dieses Stücks, niemand wusste von seiner Existenz, und bis heute vermag niemand zu sagen, warum ein vollständig erhaltenes Theaterstück eines der meistgespielten Dramatiker des zwanzigsten Jahrhunderts nie publiziert, nie aufgeführt wurde und vollkommen in Vergessenheit geriet.

Nichts wissen wir über die näheren Umstände der Entstehung, nichts über die Pläne und Absichten, die Ödön von Horváth und sein Verlag verfolgten. Nahezu alles, was mit diesem Stück zusammenhängt, muss uns rätselhaft erscheinen. Angefangen mit dem Titel des Dramas. Er lautet: Niemand.

Inhalt: Im Mietshaus des Wucherers Fürchtegott Lehmann tummelt sich ein Potpourri an Menschen, die durch die Wirtschaftskrise an den Rand der Existenz gedrängt werden. So trifft man auf den Musiker Klein, der vor der Delogierung steht, weil er den Mietzins nicht mehr zahlen kann. Weiters gibt es den brutalen Zuhälter Wladimir, der aus dem Elend der anderen, Profit schlägt. Die Dirne Gilda, die ihm hörig ist, verkauft ihren Körper, weil die Liebe allein nicht satt macht. Auch die verzweifelte Ursula ist kurz davor, auf den Strich zu gehen, lernt aber den Hausherrn Lehmann kennen. Viel zu schnell willigt sie in eine Heirat mit dem zutiefst abstoßenden und verbitterten Menschen ein.

 

Regie: Herbert Föttinger
Auszeichnung: Wiener Schauspieler Ring
Föttinger ist seit September 2006 Künstlerischer Leiter des Theaters in der Josefstadt. Im Februar 2012 ist ihm der Berufstitel „Kammerschauspieler“ verliehen worden. Im Frühjahr 2013 führte er bei der Operninszenierung „Fidelio“ am Theater an der Wien Regie und feierte somit sein Opernregiedebüt.

Fürchtegott Lehmann
Florian Teichtmeister

Ursula
Gerti Drassl

Wladimir
Roman Schmelzer

 Die Nachfolgerin
Josephine Bloéb

Klein
Dominic Oley

Uralte Jungfrau
Marianne Nentwich

Gilda
Martina Stilp

uva.

www.josefstadt.org

WIR VERLOSEN 2×2 Karten für die Vorstellung am 20.09.2016.
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