Corona

OH DU LIEBER AUGUSTIN, ALLES IST HIN

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Wir sind mit Stand 14.11.2020 Corona Weltmeister. Nicht etwa, da unsere Ampel so gut funktioniert, wie ein wirksames Medikament gegen den Virus entdeckt hätten oder gar durch Zufall den einzig wirksamen Impfstoff gefunden hätten. Nein Weltmeister an der Zahl der Neuinfektionen pro Million Einwohner.

Offensichtlich aus der Vernunft -Resistenten  Bundesregierung, die rund 6 Monate Zeit hatte, sich auf ein völlig illusorisches Szenario vorzubereiten, hat man Trump-alike, einfach Gegebenheiten ignoriert und gute Instrumente gegen eine unkontrollierbare Verbreitung des Coronavirus falsch verwendet.

© Manfred Cobyn-SCHiCK-Magazin

© Manfred Cobyn-SCHiCK-Magazin/Muntere Begegnung trotz Corona

Die Corona-Ampel hätte den entscheidungsunwilligen Experten unserer gewählten Regierung Anhaltspunkte geben sollen adäquat reagieren zu können. Ja genau: hätten können. Jedoch wurde von Anfang an jede Maßnahme beinhart ignoriert. Wurde ein Bezirk, ob der hohen Anzahl von Neuinfizierten auf Rot geschaltet. Es gab es weder verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz, eine Schließung von Wirtshäusern und Handel, nein, es wurde ein bisserl kaschiert und weiter gemacht als gäbe es den Virus nicht.

© Manfred Cobyn-SCHiCK-Magazin

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Der geneigte Corona-Leugner ging  auf Demos, um seine Freiheitsrechte gegen die „autoritäre Diktatur Österreich“ zu verteidigen, ignorierend damit die Grundrechte anderer mit Füßen zu treten. Ein Teil der Handelsangestellten, Friseusen, Kellnern usw. haben Angst um ihre Jobs, kümmern sich aber weder um Kontaktreduktion, noch um nötige Sicherheitsabstände. Auf die Regierung zu schimpfen erhöht immerhin den eigenen Selbstwert. Unsere Satelliten-fernsehenden Mitmenschen wiederum wissen nicht wie ihnen geschieht, wenn sie auf den fehlenden Mund-Nasen-Schutz angesprochen werden, sagt doch „mein Präsident“, die Zahlen wären nicht besonders hoch.

Das Ende der Geschichte kennen wir seit Samstag, 14.11.2020 ca. 16.30. Wir sperren zu. Was und wie kann natürlich ein halbwegs denkender Mensch nicht nachvollziehen. Wir schließen den kleinen Blumenhändler, der potenzielle Kunden vor Eintritt ins Geschäft zur Handdesinfektion genötigt wird.  Untersagen den Tratsch am Gang mit dem Nachbarn, erlauben den Besuch im Pflegeheim nur noch wöchentlich und zu guter Letzt: Distance-Learning.

Der neuerliche Lockdown zeigt auf, welche Arbeitsverweigerung unsere schlafende Bundesregierung in den letzten Monaten betrieben hat. Der Rechtsanspruch für Homeoffice soll irgendwann im nächsten Jahr stehen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz

 

Bis dahin fuhren, wir halt zahlreich in überfüllten Öffis zu Stoßzeiten in unsere Großraumbüros. Aber nicht nur dieses Thema hat Frau Ministerin  Christine Aschbacher auf ihrem Tisch einfach vergessen, nein man regelt eine Sonderbetreuungszeit für Eltern, die sie einfach nicht nehmen dürfen, weil Bildungsminister Dr. Heinz Faßmann zwar immer wieder betont hat keinesfalls die Schulen schließen zu wollen, aber dann doch umgefallen ist.

Die führt uns gleich zum Fernlernen. Eltern sollten nach Möglichkeit, ohne rechtlichen Möglichkeiten, ihre Kinder zu Hause beschulen, geht das aber doch nicht, werden die Kinder in der Schule betreut, aber nicht unterrichtet. Der viel gescholtene Lehrer soll derweil für die daheimgebliebenen Kinder Unterricht über PC sicherstellen, wie das gehen soll, weiß ganz allein der Wind. Es mangelt an den meisten Schulen sowohl an WLAN als auch an tauglichen Endgeräten. Manch HTL hat gar ein Gerät pro Klasse zur Verfügung, zwar nicht mit benötigter Hardware aber einem A-Laufwerk im Jahr 2020.

© Manfred Cobyn-SCHiCK-Magazin

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Dies bedeutet, die Luxuskinder mit gebildeten Eltern daheim, werden mehr Bildung erhalten als die deren Eltern die Corona-Kranke intensivmedizinisch betreuen oder den Ministeriumsmitarbeitern ihre Wurstsemmerl verkaufen. Das Ministerium ist nach den Erfahrungen im Frühjahr „top vorbereitet ins neue Schuljahr gestartet„. Man hat sich Gedanken über Lüftintervalle und Singen gemacht, aber sonst die Schulen im Regen stehen gelassen. Zum neuerlichen Lockdown gab es Infoblätter für Eltern wo Frühstücks- und Duschzeiten empfohlen werden. „Genau SO werden wir den Virus in die Knie zwingen.“ Einfach Lachhaft.

Zu guter Letzt wird das Anbeten gegen eine Erkrankung erlaubt bleiben, das Problem Kirchencluster hat es nie gegeben. Die Kirche hat zwar das Auslassen von Messen zugesagt, von der IGGÖ war zum Thema Moscheen und Freitagsgebet hierzu nichts zu hören.

 Unser Burnout gefährdeter Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagt nicht viel, überlässt den großen Auftritt seinem  Bundeskanzler Sebastian Kurz, der viele Worte und Appelle hat, jedoch wenig Sachliches zu sagen.

Manfred Cobyn-SCHiCK-Magazin

Bild Manfred Cobyn/Die Party hat Pause

Die Stadt Wien, beziehungsweise die Wiener Linien ließen derweil ihre Kunden im Herbstregen stehen. Anstatt ihren Beitrag zur Verhinderung von Neuinfektionen zu leisten, mussten ihre Kunden sich in überfüllte U-Bahnen, Busse und Bims zwängen. Oftmals wartete man in der Stoßzeit  neun Minuten, um dann  dicht an dicht mit Wildfremden ungewollt zu kuscheln. Intervalle wurden einfach nicht verkürzt. Dort gab aber es immer noch „Mitmenschen“, die die Worte Mund-Nasen-Schutz nicht verstehen wollen, ihr Riechorgan hängte lässig aus der Maske. Machte man sie darüber aufmerksam und hatte man viel Glück, gabt es nur den Stinkefinger als Antwort.

Aber es gibt einen Lichtblick. Wir dürfen uns nach dem Lockdown alle freiwillig ein Staberl in Mund und Rachen stecken lassen, damit wir rechtzeitig zu Weihnachten wieder auferstehen, wie seinerzeit zu Ostern.

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