Prolo-Autor Manfred Cobyn

RECHTSSTAAT JA, ABER BITTE OHNE DIE RECHTEN

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Österreich ist ein Rechtsstaat, da verstehen die (extremen) Rechten etwas falsch und nerven uns mit ihren irren Verwirrtheiten. Wir haben es in der Hand oder im Kopf, diesem rechten Gesocks den Stinkefinger zu zeigen

 

Bei einem schweren Unfall im Jahr 2019 wurde leider mein Sprunggelenk zertrümmert, die Folgen spüre ich noch heute und kann nicht länger als eine Stunde „spazieren“ gehen. Trotzdem hatschte ich als stiller Beobachter, natürlich maskiert und mit Abstand, bei der „Corona-Leugner-Demonstration“ am 6. März 2021 mit, aber nur kurz. Im Grunde geht es dort immer um das Gleiche: „Wir tragen keine Masken, wir lassen uns nicht impfen, blablabla…“. Die sind ja echt der Meinung, dass mit dem Impfstoff gegen Covid19 ein Chip in ihr krankes Hirn gespritzt wird. Alle anderen Verschwörungstheorien kennt man ja, und für diese ist kein Platz im Schick-Magazin und schon gar nicht in meiner Kolumne.

Manfred Cobyn

Manfred Cobyn

Ich bin Fan der österreichischen rot-weiß-roten Flagge, doch leider wird sie jetzt von Idioten missbraucht. War da nicht etwas am 15. März 1938 am Heldenplatz? Ich denke da an die Hitler-Rede vom Balkon der Neuen Hofburg. Damals jubelte auch der entfesselte Mob. Die Nazis nutzten damals das krisengebeutelte Volk, um was zu machen? Richtig, um zu morden, um zu quälen und um schließlich unterzugehen. Heute brüllt dort ein Herr Kickl seinen hirnverbrannten, schwachsinnigen Unsinn, und wieder applaudiert ein noch kleiner Teil der Bevölkerung. Doch sie werden mehr! „Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe…“ (Matthäus).

Ich habe noch nie Radioaktivität gesehen, oder das Coronavirus, da ich kein Elektronenmikroskop besitze, doch die Folgen beider erkennt wohl jeder, der etwas intelligenter ist als ein Rabenvogel oder eine Bettwanze.

 Manfred Cobyn

© Manfred Cobyn

 

Unsere Regierung war und ist mit dieser Pandemie komplett überfordert. Als sie im Jänner 2020 beim Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen antanzte, um Schwur und Unterschrift zu leisten, lächelte sie noch. Doch schon bald verging ihnen allen das Lächeln, es lachte nur noch einer, der Erreger SARS-CoV-2, dessen einziges Ziel es ist, sich zu vermehren und Menschen zu killen. Das ist Tatsache, und das kann man nicht wegleugnen.

Regieren bedeutet nicht, Herrschaftsgewalt auszuüben, sondern Verantwortung zu übernehmen, da haben die Damen und Herren bei der Angelobung in der Hofburg wohl das Kleingedruckte in ihren Verträgen nicht gelesen. Mag sein, dass der eine oder die andere MinisterIn wirklich die Ärmel aufkrempeln wollte. Doch was ist passiert?

Manfred Cobyn

© Manfred Cobyn

Christine Aschbacher hockte als Arbeitsministerin in ihrem Büro, aber nicht, um zu arbeiten, sondern um sich einen Doktortitel zu erschwindeln, obwohl die Arbeitslosenzahl so hoch war und ist wie im Jahre 1945. „Finanzmister“ Gernot Blümel hatte auch keine Zeit für diese für desaströse Finanzen, er sah seine Zukunft als Bürgermeister von Wien und schmiss sich in den Wahlkampf. Die Wirtschaft ist ohnehin ruiniert, also hatte er viel Zeit, um nichts zu tun. Als die Polizei morgens 3x klingelte, um sein Haus zu durchsuchen, öffnete er höflich sein Tor und schaltete sofort wieder auf Vergessen-Modus. Ja stellt euch vor, wir haben einen Minister, dem die Bude beinahe von der Exekutive eingetreten wurde, unfassbar.

© csm

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Innenminister Karl Nehammer ist auch nicht schlecht beim Versagen. Zahlreiche Hinweise auf Terrorgefahr in Wien ignorierte er „unpragmatisch“. Vier Todesopfer und 22 Verletzte gingen auf sein Konto. Er war und ist Chef eines ignoranten Sauhaufens. In diesem Haufen geht es um Macht, Karriere und Neid. Zusammenarbeit war nie ein Thema.

Nicht zu vergessen ist auch Rudolf Anschober, der am liebsten das Amt des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz ausüben würde. Herr Anschober tut mir leid, doch er will einfach nicht kapieren, dass er total überfordert und einfach der falsche Mann auf diesem wichtigen Posten ist. Die Ergebnisse sind ja bekannt. Warum tut sich der gute Mann das alles an? Aufgrund seiner Vorerkrankungen würde ich ihn lieber als Kleingärtner in Frühpension irgendwo in Oberösterreich sehen.

Manfred Cobyn

© Manfred Cobyn – Sebastian Kiurz

 

Werner Kogler schiebt derweil eine ruhige Kugel: Kunst, Kultur und Sport sind abgesagt, also muss er nur selten bei dem merkwürdigen Fellner’schen Privatsender oe24 auftreten. Man erinnere sich an die Blutnacht vom 2. auf den 3. November 2020, wo der ganz aufgeregte Fellner Junior mit seiner piepsigen, unsympathischen Stimme nach mehr und mehr schrecklichen Bildern verlangte. Seine Redaktion lieferte, und wir waren Zeugen eines Mordes an einem Unschuldigen. Der Attentäter schoss ihm beinhart eine Kugel in den Körper, ging ein Stück weiter, kam wieder zurück und schoss nochmals auf den Verletzten. Auch Niki Fellner war offensichtlich ganz benebelt und überfordert und hatte wahrscheinlich  nur ein Ziel: Quote machen um jeden Preis.„Koste es was es solle“. Doch leider kostete die Nacht Menschenleben.

Ich überlege gerade, wer wohl mächtiger ist, Bundeskanzler Sebastian Kurz oder Wolfgang Fellner. Wenn der Medienmogul pfeift, haben alle vom Bundeskanzler abwärts in seinem Studio anzutreten, und zwar im Schweinsgalopp. Ich mag Herrn Fellner zwar nicht, doch ich gestehe, er ist einer der großen Gewinner dieser Krise. Obwohl er in Wahrheit die Bevölkerung nur sehr fraglich informiert.

Alle anderen MinisterInnen befinden sich eventuell in Kurz-Arbeit oder im Homeoffice.

Manfred Cobyn

© Manfred Cobyn – H.C.S.

 

Diese unfähige Regierung, gepaart mit einer weltweiten Krise, bietet natürlich fruchtbaren Nährboden für rechte Despoten, für Diktatoren mit Cäsarenwahn, die sich anfangs im Sumpf der unglücklichen Bürger, der Unwahrheiten-Verbreiter und der Dummen suhlen. Ihr Ziel ist aber wie immer die Macht, die Unterdrückung, die Gleichschaltung. Vielleicht bekommen wir neue Götter, an die wir glauben müssen, oder sterben müssen. Einen Schrein mit Kickl- oder Strache-Bildern errichte ich sicherlich nicht in meinem Wohnzimmer, dort hängt schon Jesus, und dort bleibt er gekreuzigt hängen. Ein Konterfei mit Kickls und Straches am Häuslpapier würde mir aber gefallen, denn dort gehören sie hin, mit der Scheiße weggespült, um danach geklärt zu werden und in der schönen blauen Donau ihre Reise in das Schwarze Meer anzutreten.

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