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ROCK IN VIENNA TAG 3: Iron Maiden war unsinkbar

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Am dritten und letzten Tag des Rock in Vienna in Wien blieb kein Auge trocken. Nicht etwa, weil sich ein Schmusebarde auf eine der Rock-Bühnen verirrt hatte, vielmehr deshalb, weil Ausläufer der „Rock am Ring“-Vernichtungsfluten relativ spontan auch Wien besuchten. Iron Maiden waren aber für so ziemlich alle durchnässten Fans Grund genug, die Stellung zu halten.

Es begann alles, wie schon die Tage zuvor, warm und trocken. Die Stimmung war seit dem Einlass kurz nach Mittag bereits ausgelassen, ideales Wetter und ein arbeitsfreier Tag ermuntern nun mal zum Feiern. Einer gelungenen Abschlussparty des heurigen Insel-Festivals stand also scheinbar nichts im Weg. Die französischen Death-Metal-Spezialisten Gojira, immerhin auch schon seit 20 Jahren im Geschäft, heizten den bereits zahlreich erschienenen Headbangern kräftig ein. Die Band klingt puristisch, erinnert aber zumindest teilweise stark an die großen Namen in diesem Genre. Metallica und Tool mit einer Spur Eigeninterpretation in Form superspiritueller Texte würde den Stil wohl am besten beschreiben. Tolle Show, viel Energie, die Menge war erstmals sichtbar aus dem Häuschen.

Danach stellten die Veranstalter die Rock-Fanatiker vor die Wahl. Während man den deutschen Thrashern von Kreator die Mind-Stage und somit eine der Hauptbühnen überließ, wurde Dragonforce auf die Jolly Roger-Stage verbannt. Die Qual der Wahl zwischen Thrash und Power Metal mit der Extraportion Power war also gegeben. Im Endeffekt dürften wohl beide Acts ihre Arbeit mehr als solide verrichtet haben, Negatives war über keinen Auftritt zu hören. Die Finnen von Nightwish vereinten gegen halb sieben abends wieder alle vor der Soul-Stage, ausgenommen diejenigen, die noch Bierstände leertranken oder nie weggegangen waren. Einige campierten wohl seit Mittag im Wavebreaker, um später den idealen Blick auf Iron Maiden zu haben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten eben diese Platz-Camper auch nur gegen Durst und oder Harndrang zu kämpfen. Doch noch während des herrlichen Auftritts von Nightwish fielen schon die ersten großen Tropfen vom Himmel. Spätestens ab da war klar, die zwei eigentlich ausgeladenen Festival-Veteranen, Herr Regen und sein Freund Gatsch, werden wohl das Rock in Vienna auch beehren. Sogar Floor Jansen, Frontfrau der Rocker aus dem Norden, blickte mehrmals etwas besorgt Richtung schwarzen Himmel. Die Fotos vom schwimmenden Rock am Ring waren wohl auch ihr nicht unbekannt. Doch sie und ihre Edelmusiker hatten Glück, ihre Show konnte vom ersten bis zum letzten Ton durchgespielt werden.

Anders erging es den Mittelalter-Rockern von In Extremo. Für viele Fans nicht umsonst ein geheimer Headliner, gingen die sieben Künstler wie immer mit viel Elan und Kraft ans Werk. Sänger Michael Rober Rhein sang sich die Stimmbänder wund, um die Fans vom drohenden Wetterchaos abzulenken, die fantastischen Töne, erzeugt von seinen Bandkollegen mit Hilfe von Raritäten wie Drehleiern oder Sackpfeifen, gaben dem Ganzen einen zusätzlichen dramatischen Touch. Abwenden konnten die groß aufspielenden Deutschen das anstehende Unglück allerdings nicht. Schon vor der Hälfte der eigentlichen Spielzeit hieß es „Rien ne va plus“ – nichts geht mehr, die Badesaison war eröffnet. Wer konnte, rettete sich so schnell es ging unter eine der nahen Brücken, notfalls auch in eine der im Vorfeld vielfach gelobten Wassertoiletten. Ironie, dass sie nun der trockenste Ort am ganzen Gelände waren. Der Regen kam von allen Seiten, der braune Boden weigerte sich, weitere Wassermassen aufzunehmen und der Himmel war dunkler als der nahestehende DC-Tower. Gut eine halbe Stunde dauerte die Gratisdusche, die keiner wollte. Danach ging das ganze Schauspiel in leichten Nieselregen über. Nun wurde die davor eiligst abgebaute Bühnentechnik wieder reanimiert, die Monitore inklusive neuerworbener Pixelfehler angeworfen und der Veranstalter gab grünes Licht für Iron Maiden. Sehr zur Freude der ausharrenden Fans, wovon eine nicht unwesentliche Zahl den oben erwähnten Platz-Campern zuzuordnen war, welche sich trotz Starkregens keinen Millimeter von ihrem favorisierten Aussichtspunkt Richtung Bühne wegbewegt hatten. Vermutlich wäre eh keiner von ihnen rechtzeitig und trocken aus dem Wavebreaker rausgekommen.

Iron Maiden starteten mit einer minimalen, eben durch das Wetter bedingten Verspätung in das letzte Konzert des Abends. Die Bühne war exorbitant dekoriert und bot vom Anfang bis zum Ende einen Spezialeffekt nach dem anderen. Aber anders als bei so manch anderer in die Jahre gekommenen Band sollten diese nicht vom bereits schwachen gemeinsamen Musizieren der Mitglieder ablenken, sondern deren Klasse zusätzlich untermalen. Durch die gut 25.000 durchnässten Fans ging eine Woge der Begeisterung, jede Interaktion von Frontmann Bruce Dickinson mit der Crowd wurde heroisch gefeiert. Der Sänger, mit melodischer Stimme und Pilotenschein für die bandeigene 747 ausgestattet, blühte dadurch angespornt mehr und mehr auf. Klassiker wie „Fear of he Dark“ oder „Number of the Beast“ prasselten gemeinsam mit Regen auf das Publikum ein, dieses nahm die Mischung freudig an. Trotz einer klitschnassen Bühne ließen es sich die gereiften Herren darauf nicht nehmen, so wie vor vierzig Jahren über die Stage zu fegen. Dass Dickinson die Show ohne Knochenbrüche überstanden hat, grenzt an ein Wunder. Wunderbar war auch die gesangliche Kooperation zwischen der Rock-Gruppe und ihren Gästen vor der Soul-Stage. Kaum ein Lied wurde vom Lead-Sänger alleine gesungen. Tausende heulten und jaulten mit. Eine wirklich große Show und ein vollkommen würdiger Abschluss eines großartigen Festivals. Nach der obligatorischen Zugabe gingen auch für Iron Maiden die RIV2016-Lichter aus. Die Fans wateten heiser und dezent unterkühlt, aber glücklich durch die „Rasenfläche“ zu den U-Bahnen, freuten sich wohl insgeheim aber schon auf das Rock in Vienna 2017. Das wird es geben, am ersten Wochenende im Juni im nächsten Jahr.

www.rockinvienna.at

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