BÜHNE

„Rotterdam“: Identitäts-„Rom-Com“ mit Spaßfaktor

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Hohe Promidichte am vergangenen Dienstag im Rabenhof Theater bei der Premiere von Fabian Pflegers romantisch wie komischer Geschichte rund um ein geschlechtsverwirrtes Pärchen in Rotterdam. Mit dabei SCHiCK Theaterexpertin Hillevi Hofmann, die an diesem Abend von einem tollen und höchst spielfreudigen Ensemble durchgehend positiv überrascht wurde.

„Du willst ein Mann werden?
Nein, Ich will nur aufhören eine Frau zu sein.”

Kennen Sie das, wenn Sie mit relativ wenig Erwartungen ins Theater gehen und ein überraschend großartiges Stück erleben? Ebenso geschehen am vergangenen Dienstag im Rabenhof Theater bei der Premiere von Jon Brittains romantischer Komödie „Rotterdam“ unter der Regie von Fabian Pfleger.

Vier perfekt besetzte Schauspieler haben diese vom Thema her eher abgelutschte Geschichte in etwas zutiefst Amüsantes wie Tiefsinniges verwandelt.

Da ist zunächst das lesbische Pärchen Theresa und Julia, welches vor Jahren von Wien ins weltoffene Rotterdam gezogen ist.

Ganze sieben Jahre hat es gedauert, bis Julia (köstlich: Tanja Raunig) endlich beschließt, sich vor ihren Eltern (via E-Mail) zu outen. Resa/Theresa (Miriam Fussenegger) hat dies längst hinter sich. Und dennoch einiges vor sich. Denn wie erklärt man seiner Freundin in diesem lebensverändernden Moment, dass man fortan doch lieber als Mann weiterleben möchte? Ist ja nicht so, dass eine eingefleischte Lesbe so mir nichts dir nichts plötzlich „hetero“ wird, auch wenn es grundsätzlich immer um den Menschen und nicht um das Geschlecht gehen sollte.

Julia versucht mit dieser für sie neuen Situation bestmöglich umzugehen, sieht sich aber schon bald in einer höchst verwirrenden Situation wieder. Steht sie halt einfach nicht auf Kerle, auch wenn sie zuvor mit Resas Bruder Christoff (ein neuer Komödiant ist geboren: Josef Ellers) zusammen war. Jetzt ist er ihr bester Freund und Vertrauter, ein gutmütiger Lobsch wie man in Wien sagen würde. Der weit offener ist, als er aussieht. Die Umwandlung seiner kleinen Schwester zum Mann sieht er grundsätzlich positiv, wenn man auch nicht wirklich weiß, ob es an der Hoffnung liegt, Julia für sich zurückzugewinnen.

Und dann ist da noch Julias umwerfend sympathische und zum Schreien komische Arbeitskollegin Ulrike (ein Highlight: Lena Kalisch). Sie lebt das Leben in vollen (Joint-)Zügen und macht erst gar keinen Hehl daraus, ein Auge auf Julia geworfen zu haben.

Anstatt zu Hause Probleme zu wälzen trifft sich Julia am Silvesterabend mit Ulrike in einer Bar. Auch wenn sie Resa liebt. Das tut sie wirklich. Mit aller Kraft. Doch Resa verändert sich, die Hormone machen aus der einstigen Lesbe einen hartgesottenen Möchtegern-Mann, der sich fortan Adrian nennt und zum Mini-Macho mutiert. Während die Beziehung zu Julia konstant schlechter wird, verstehen sich Adrian und Christoff besser denn je. Er, der Frauen-Versteher, will schon lange weg aus Rotterdam. Den beiden zu Liebe ist er geblieben und tut sein Bestes um die Situation für alle halbwegs erträglich zu machen.

Doch Julia lässt sich von Ulrikes „YOLO“-Art anstecken und blüht förmlich auf. Erst nach einer gemeinsamen Nacht erkennt sie, wo ihr Herz wirklich hingehört. Zu Adrian/Resa. Am Flughafen findet schließlich ein kleines, fast filmisches Happy-End statt. Zumindest für Julia und Adrian. 

Die Bühne von Sarah Sassen spiegelt einerseits die moderne Rotterdamer Architektur sowie das typische Ösi-Kasterldenken wieder und lässt sich problemlos innerhalb von Sekunden in einen neuen Raum (oder ein WC!) verwandeln.

Das Premierenpublikum dankte den Schauspielern mit minutenlangem Applaus und Standing Ovations. Zu Recht. Denn wie zuvor erwähnt, hat dieses Ensemble ein eher borkiges Thema zu etwas wunderbar Lebendigem verwandelt. Wer hätte gedacht, dass ein Transgender-Thema so amüsant und kurzweilig sein kann.

Fazit: Ein durch und durch gelungener Theaterabend im trendigen Rabenhof mit viel Prominenz und viel guter Laune.

 

BESETZUNG

REGIE
Fabian Pfleger

BÜHNENBILD
Sarah Sassen

KOSTÜME
Andrea Simeon

BUCH
Jon Brittain

DÜBERSETZUNG
Matthias Jodl


Julia: Tanja Raunig
Theresa/Adrian: Miriam Fussenegger

Christoff: Josef Ellers
Ulrike: Lena Kalisch

RABENHOF THEATER

Rabengasse 3, 1030 Wien

WEBSITE: www.rabenhoftheater.com
FACEBOOK: www.facebook.com/RabenhofTheater

 

(GEWINNSPIEL ABGELAUFEN)

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2×2 Karten
für die Vorstellung am 5.10.2018

Füllt uns das Gewinnspielformular bis am 04.Oktober 2018 um Mitternacht
mit dem Betreff  „ROTTERDAM“ aus und erfüllt die Teilnahmebedingungen!

Die Gewinner werden telefonisch oder per Facebook-Nachricht verständigt!

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