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SCHiCK(e)-Filmkritik: „The Color of Money“

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Herbst 2016: Es ist also wieder Viennale-Zeit. Wie jedes Jahr stellte Festival-Direktor Hans Hurch ein interessantes Programm zusammen, wie jedes Jahr gibt es ein „Nebenfestival“, eine Parallelschiene, die im Filmmuseum läuft.

Bedingt durch den aktuellen Overflow an Sequels, Prequels, Re-Boots und Remakes im rezenten Mainstream-Kino widmet sich die Retrospektive heuer dem Komplex „Thema und Variation im Kino“. Es soll gezeigt werden, dass das „Wiederholen“ und Wiederaufgreifen von Stoffen keine neue Entwicklung des Kinos ist, dass viele Filmklassiker vielmehr erst so entstanden.

Ganz zu Beginn des Programms, und einen Tag vor dem offiziellen „Viennale“-Start, zeigte das Filmmuseum zuerst „The Hustler“ („Haie der Großstadt“), dann eben „The Color of Money“ („Die Farbe des Geldes“), gewissermaßen eine Fortsetzung. Zu sehen sind in dem Film ein junger Tom Cruise und ein älterer Paul Newman in einem eher ungewöhnlichen Scorsese-Film, der Mitte der 80er entstand, und in eine eher „experimentelle“ Phase des Regisseurs fällt.

Eddie Felson (Paul Newman), Pool-Player in Pension, trifft auf Vince (Tom Cruise), eine vor Energie strotzende, jüngere Ausgabe seiner selbst, aufstrebendes Billard-Talent, dessen größter Vor- und Nachteil seine ungezügelte Wildheit ist. Eddie nimmt sich des Jungen an, in der Absicht, sein Talent und seine Energie in die richtigen, also finanziell gewinnbringenden Bahnen zu lenken, um sich selbst, und seine verlorengegangene Begeisterung für das Spiel, in Vincent wieder zu entdecken.

„The Color of Money“ ist, wie bereits erwähnt, ein nicht unbedingt typischer Scorsese-Film. Nach seinen Erfolgen „Taxi Driver“ und „Raging Bull“ konnte er sich in den 80ern Experimente leisten. „The Color of Money“ ist auch ein Ausflug ins Mainstream-Kino, stilistisch ist und bleibt er aber ein typischer Scorsese-Film: Der Soundtrack, von Ennio Morricone zusammengestellt, ist gespickt mit Pop- und Rocknummern, auch die inszenatorische Virtuosität ist sichtbar. Beachtlich ist auch Tom Cruise Performance als „irrer Vince“, der zeigt, dass er zumindest mal ein großer Schauspieler war.

Am Ende ist „The Color of Money“ aber auch ein Film über Freundschaft, Hingabe, die Regeln des Spiels, und das „Leben als Spiel“. Er endet mit dem Duell Schüler gegen Lehrer: In der Poolhalle stehen sich Eddie und Vince gegenüber, um ein für alle mal zu klären, wer der Bessere ist. Wer wird das Duell wohl gewinnen?

DARSTELLER
Paul Newman: „Fast“ Eddie Felson
Tom Cruise: Vincent Lauria
Mary Elizabeth Mastrantonio: Carmen
Helen Shaver: Janelle
John Turturro: Julian
Bill Cobbs: Orvis
Forest Whitaker: Amos
Drehbuch: Richard Price
Ton: Glenn Williams, Jeffrey A. Williams
Kamera: Michael Ballhaus
Schnitt: Thelma Schoonmaker
Musik: Robbie Robertson
Ausstattung: Boris Leven, Karen O’Hara
Kostüm: Richard Bruno
Produktion: Touchstone Pictures, Silver Screen Partners II
Weltvertrieb: Buena Vista Distribution Co.
Format: 35 mm, Farbe
basierend auf dem 1984 veröffentlichten Roman von Walter Tevis

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