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Très SCHiCK: „Acht Frauen“ und ein meisterhafter Hauspatron

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Herbert Föttinger hat ein Gespür für gute Stoffe und starke Frauen. So brachte der Josefstadt-Hausherr am vergangenen Donnerstag (8.11.) erneut einen Filmklassiker auf die Bühne der Kammerspiele. Die französische Krimikomödie „Acht Frauen“ punktete vor allem durch ein gut geführtes, amüsant durchtriebenes Damenensemble.

An einem verschneiten Wintermorgen passiert auf einem abgelegenen, französischen Landsitz ein grausamer Mord. Der einzige Herr des Hauses, (nein, nicht Herbert Föttinger!), wird mit einem Messer im Rücken aufgefunden. Der „Täter“ befindet sich just unter jenen acht Frauen, die sich zum Zeitpunkt des Mordes im von der Aussenwelt komplett abgeschnittenen Haus aufhielten. Was folgt ist ein aberwitziges Verhörspiel aus Sex, Intrigen und Geld. 

Gaby, die feudale Frau des Hauses (großartig facettenreich: Susa Meyer) hat gerade ihre schicke Tochter Susanne (bezaubernd: Swintha Gersthofer) vom Bahnhof abgeholt, die über die Weihnachtsfeiertage aus England angereist ist. Als die beiden Frauen ins eingeschneite Anwesen der Familie zurück kehren geht der typisch vorweihnachtliche (Familien-)Wahnsinn auch schon los. Im Haus: Susannes trinkfreudige Großmutter Mamy (köstlich, wie diese aus dem Rollstuhl hüpft: Kammerschauspielerin Marianne Nentwich), ihre rotzfreche Teenie-Schwester Catherine (Josefstadt-Neuling Anna Laimanee), Hausköchin Chanel (geheimnisvoll: Isabella Gregor),  das neue und überaus laszive Hausmädchen Louise (so so sexy: Silvia Meisterle), sowie ihre verschroben neurotische Tante Augustine (sorgt für die Lacher des Abends: Sandra Cervik). 

Einzig Susannes Vater Marcel hat sich noch nicht blicken lassen.  Aus gutem Grund wie sich später herausstellen wird. Die aufgesetzte Vorweihnachtsstimmung findet ein jähes Ende, als Louise den Hauspatron blutüberströmt und mausetot – mit einem Messer im Rücken – in dessen Zimmer vorfindet. Selbstmord somit ausgeschlossen.

Nachdem sich zu den sieben „desperaten Hausfrauen“ schließlich auch noch Marcels mysteriöse Schwester Pierette (ungewohnt in der Rolle der „femme fatale“: Pauline Knof) gesellt, ist das tödliche Oktett perfekt. Denn jede der Damen scheint nicht nur ein Motiv, sondern auch noch mehr als ein Geheimnis zu haben. 

Wer den Film mit der großen Deneuve, Huppert, Ardant und Béart nicht ohnehin schon acht mal gesehen hat dem sei gesagt: der Täter wird hier nicht verraten. Auch nicht das Motiv.

Das Theaterstück „Huit femmes“ von Robert Thomas (1927-1989) dient dem „Krimi-Komödien-Musical“ als literarische Vorlage rund um das starke Frauenensemble der Josefstadt. Susa Meyer und Silvia Meisterle stechen mit ihrem authentischen Spiel dennoch aus der ohnehin schon so starken Frauenschar hervor, Kammerschauspielerin Sandra Cervik zeigt in der Rolle der hypochondrischen Jungfrau ihr großes Talent für’s Komödienfach. 

Die Spielfreude und das pointierte Zusammenspiel der so bunt zusammengewürfelten Frauen spürt man bis in die letzten Reihen. Auch ihre Liebe zur musikalischen Performance.

Die klassische Agatha-Christie/Miss-Marple-Situation eines Samstagnachmittag-Krimis geht hier  Dank des vintage-grauen Bühnenbildes von Ece Anisoglu auf. Herbert Föttingers Gespür für das Komödienfach ist unübersehbar. Als Regisseur lenkt er das weibliche „Schlachtschiff“ gleich einem erfahrenen Kapitän und lässt den Schauspielerinnen dennoch jene Freiheit, die es braucht, um so mannigfaltige wie tiefsinnige Charaktere entwickeln zu können.

Was in der Filmfassung von Francois Ozon allerdings besser zur Geltung kam waren just jene Songs, die in dieser Screwball-Komödie so passend auf die Damen zugeschnitten sind und uns ins Innerste der Personen blicken lassen. Hier von Franz Wittenbrink musikalisch umgesetzt kommt höchstens bei Hausmädchen Louise (hat ungelogen den dreckigsten Lacher der österreichischen Theaterlandschaft: Silvia Meisterle) und Tante Augustine (Sandra Cervik) Stimmung auf. Maestro Christian Frank hat diese aber dennoch bestmöglich umgesetzt. (Anmerkung: Jede der acht Darstellerinnen trägt ein Lied vor, das die Persönlichkeit ihrer Figur unterstreicht oder einen Moment der Wahrheit darstellt.) 

Pauline Knofs Versuch Erotik aufkommen zu lassen scheitert zwar nicht gänzlich, wirkt aber eine Spur zu aufgesetzt. Ihren großen Moment bekommt sie aber spätestens bei ihrem (amourösen) Zicken-Fight mit Bühnen-Witwe Susa Meyer. Zum Schreien komisch ist auch Sandra Cerviks tollpatschiger Versuch, sich vom sexy Hausmädchen in Liebesdingen unterrichten zu lassen. Birgit Hutter (Kostüm) setzt dabei einige der Damen gekonnt in „Wow“-Szene, während sie andere altbacken und grau aussehen lässt. Was dem Gesamtbild aber wieder eine perfekt facettenreiche Partitur der so unterschiedlichen Charaktere liefert.

Lobend zu erwähnen sei hier auch die Lichtstimmung von Emmerich Steigberger, der aus dem einfach gehaltenen Bühnenbild ein Mannigfaltiges zaubert.

Der Hausherr hat mit seinen „Acht Frauen“ einen durchaus vergnüglichen und spannenden Abend geliefert, auch wenn man natürlich nicht umhin kann, die Josefstadt-Frauen mit jenen der prominenten Filmvorlage zu vergleichen.

Föttingers Frauen können hier dennoch locker mit Kalibern wie Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart oder Fanny Ardant mithalten. Chapeau!

FAZIT: Ein amüsantes Krimi-Abenteuer mit viel „Gute-Laune-Faktor“.

 

 

TRAILER: Jan Frankl

 

BESETZUNG

REGIE
Herbert Föttinger

BÜHNENBILD
Ece Anisoglu

KOSTÜME
Birgit Hutter

MUSIKALISCHE LEITUNG
Christian Frank

DRAMATURGIE
Silke Ofner

LICHT
Emmerich Steigberger

CHOREOGRAFIE:

Simon Eichenberger


Gaby: Susa Meyer
Susanne: Switha Gersthofer

Mamy: Marianne Nentwich

Augustine: Sandra Cervik
Catherine: Anna Laimanee

Louise: Silvia Meisterle
Pierette: Pauline Knof

 

WIENER KAMMERSPIELE
Rotenturmstraße 20
1010 Wien

WEBSITE: www.josefstadt.org/kammerspiele

 

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