KONZERTKRITIK

Die „Wandalen“ sind jetzt schon Kult

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Wanda hat einen weiteren großen Meilenstein zu ihrer Legendenbildung beigetragen. In einer ausverkauften Wiener Stadthalle haben sie vor 12.000 Leuten ihr bislang größtes Konzert gespielt. Befürchtungen, dass sich die Band mit diesem Gig übernommen hätte und die Halle nicht voll werden würde, wurden feige Lügen gestraft. Es ist das erwartete rauschende Fest geworden. Wanda feierte sich, das Publikum, den Rausch, das Leben und die Liebe.

Sänger Marco Michael Wanda, Gitarrist Manuel Christoph Poppe, Keyboarder Christian Hummer, Bassist Reinhold ‚Ray‘ Weber und Schlagzeuger Lukas Hasitschka. Diese Namen kann man sich getrost merken. Sie schreiben gerade ein Stück erfolgreiche österreichische Musikgeschichte. Seit Falco hat es keine Band geschafft, so eine Euphorie und so einen Hype auszulösen. Der Erfolg ist sicherlich auch zu einem großen Anteil auf das Konto von Manager Stefan Redelsteiner zu buchen. Mittlerweile gilt er als der Wegbereiter eines neuen Austropop mit modernen Anstrich. Der Entdecker von Nino aus Wien denkt in großen Dimensionen. Er spinnt die Fäden im Hintergrund und sorgt dafür, dass alles mit einer großen Professionalität abgewickelt wird. Wanda bewegt sich gekonnt auf einem schmalen Grad zwischen Inszenierung und Authentizität. Da steckt auch viel ehrliche Arbeit dahinter.

Direkt nach dem Soundcheck gab es einen Pressetermin in der Stadthalle. In lockerer Atmosphäre pressten die fünf Bandmitglieder für den WALK OF STARS ihre Handabdrücke und Signaturen in Ton. Anschließend nahmen sie ihre zweite Platinauszeichnung für das Album „Bussi“ entgegen. Für sich alleine genommen ist das eigentlich schon eine kleine Sensation für eine österreichische Indie-Band, aber diese beiden Auszeichnungen standen ganz im Schatten des sich anbahnenden großen Auftrittes am Abend. Man spürte die Anspannung der Bandmitglieder, aber auch die Vorfreude auf die große Show war deutlich wahrzunehmen.

Die Vorbands Schnipo und Schranke und Trümmer spielten ein solides Programm ab, standen aber ein wenig im Abseits, schließlich galt an diesem Abend die große Aufmerksamkeit natürlich Wanda bei ihrem einzigen diesjährigen Wien-Konzert. Sichtlich berührt von dem zahlreichen Publikum und der beeindruckenden Kulisse betrat die Band die Bühne und begann mit ihrem rockigen Song „Luzia“ ihre 2-stündige Show.

Das Publikum war auffallend durchgemischt. Alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten waren vertreten. Wanda schafft es, einen großen gemeinsamen Nenner herzustellen. Man hat ganze Familie gesehen, in der alle, Papa, Mama und die Kinder, gemeinsam voller Inbrunst mitgesungen und zur Musik getanzt haben. Eine Würdigung an die Fans, die mit ihrer Begeisterung Wanda ja auch zu dem gemacht haben, was sie jetzt sind, durfte nicht fehlen. „Danke für die letzten beiden Jahre“, um dann nach einer kurzen Kunstpause auch eine Botschaft an all die Kritiker und Skeptiker zu schicken, die Wanda schon totsagen und ein Ende des Hypes herbeiphantasieren, ein lautes, selbstbewusstes „… und Danke für die nächsten 20 Jahre!“ hinterherschmettern.

Der Erfolg bringt halt auch immer viele Neider auf den Plan. Vor allem in Österreich und überhaupt in Wien. Thomas Bernhard hat ganze Bücher mit dem österreichischen Mief vollgeschrieben. Und so frenetisch die Fans die Band feiern, so leidenschaftlich wettern mittlerweile auch die Kritiker und witzeln über die Sprachgewalt der Texte. Beziehen sich auf den lustigen Artikel aus der Tagespresse. Eine gelungene Satire über den siebenjährigen Emil, der die Texte für Wanda schreibt, aber wegen der Schule seinen Job hinschmeißen musste und deswegen jetzt das nächste Album in Gefahr sein soll.

Wanda mag sicherlich nicht jeden Geschmack treffen, aber schlechte Musik kann man ihnen nicht vorwerfen. Sie verstehen ihr Handwerk. Der begeisterten Menge war der simple Aufbau der Texte sowieso herzlich egal, ganz im Gegenteil. Ohnehin wagt man es zu bezweifeln, ob sich Wanda-Skeptiker auch vor Ort in der Stadthalle dieser Energie hätten entziehen können, als zehntausend Kehlen miteinstimmten bei:

Wenn jemand fragt, wohin du gehst, sag nach Bologna!
Wenn jemand fragt, wofür du stehst, sag für Amore!

Frontsänger Marco ließ sich beim Stagediven von der Menge bis in die letzte Ecke der Stadthalle tragen. Die Band zelebriert das Feiern und den Alkohol. Bezeichnenderweise heißt ein Lied „Ich will Schnaps“. Wanda machen gute-Laune-Musik und machen daraus kein Hehl. „Wir machen Aktivismus für Amore und Freude.“ Geschickt verstehen sie es mit verschiedenen Klischees zu spielen, bedienen sich dabei aus mehreren Schubladen und kreieren dabei ihre ureigene Mischung aus Indie, Rock’n’Roll, Austropop und Amore. Immer ein wenig versifft, wahrscheinlich sogar betrunken, alles dick aufgetragen und voller Pathos, aber nie ohne eine gehörige Portion Ironie und Wiener Schmäh.

Einen Abend lang war die Stadthalle Kulisse für die neuen Stars aus Wien. Wanda hat sich nun damit endgültig zu den größten Musikern des Landes aufgeschwungen. Was kommt als nächstes? Wie will man das toppen? Was muss man da nachlegen, um überhaupt einmal das Level zu halten und den Erfolgslauf weiter anzutreiben? Man darf sehr gespannt sein, welche Wege diese junge Truppe noch beschreiten wird. Sie verstehen es, in großen Bildern zu denken und eine unvergleichliche Euphorie auszulösen. Das haben sie in den letzten zwei Jahren mehrfach bewiesen.

Deutschland wurde zwar schon mit unzähligen Konzerten erobert, aber das Ziel ist es, mit der nächsten Platte auch dort Nummer 1 zu werden. Der deutschsprachige Raum, das ist eine denkbare Grenze für eine Band aus Österreich, nur sehr wenige haben den Sprung überhaupt erst dorthin geschafft, aber vielleicht war ja auch der gecoverte Beatles-Song „A Hard Day’s Night“, der übrigens hervorragend gutgelaunt und spritzig vorgetragen wurde, ein Ausblick auf fernere Ziele des erfolgreichen Kollektivs. Zu diesem Zeitpunkt ist dieser Truppe wirklich alles zuzutrauen.

Zunächst einmal spielen sie am 24. Mai in Linz als Vorband von Queen. „Die spielen wir nieder. Denen stehlen wir komplett die Show. Die fahren weinend heim nach England“, so Marco rotzig-goschert. Bei so viel aufgetragener Spitzbubenhaftigkeit müssen wohl auch die Mitglieder von Queen selber schmunzeln.

Im Oktober geht es dann auf „Bussi Kreuzfahrt“ mit Entourage und Fangemeinde. Das Ziel, wie könnte es anders sein, natürlich: Bologna.

KÜNSTLER-WEBSITE: wandamusik.com
LOCATION-WEBSITE: stadthalle.com
„BUSSI KREUZFAHRT“: ms6.at/bussi-kreuzfahrt-2016

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